Nero brennt auf Linux

Schulze ist freier Autor der Website CIO.de und dem CIO-Magazin.

Obwohl Linux das CD- und DVD-Brennen längst beherrscht, ist vor dem Einsatz von "K3B" Handarbeit gefordert - etwa um proprietäre Codecs wie MP3 zu installieren. Wer das nicht will oder aus lizenzrechtlichen Gründen scheut, findet mit "Nero Linux 3" (http://www.nero.com) eine kommerzielle Alternative. Das Tool steht als RPM- und als Debian-Paket zum Download bereit. Eine Einzelplatzlizenz kostet 20 Euro, eine Demoversion gibt es ebenfalls.

Nero Linux unterschiedet sich gravierend von der Windows-Edition, die aktuell in Version 8 vorliegt. Während die Windows-Lösung verschiedene Applikationen unter einer Oberfläche bündelt, besteht die Linux-Ausgabe aus der Kernanwendung "Nero Burning Rom". Der Tux-Brenner verfügt damit über eine klassische und aufgeräumte Oberfläche, auf die Bedien-hilfen der Windows-Welt hat der Hersteller wohl im Hinblick auf die Zielgruppe verzichtet. Auch eine Media-Center-Oberfläche sucht man vergeblich.

Die Brenner-Software beherrscht alle gängigen CD- und DVD-Formate und kann auch Linux-Boot-CDs erzeugen. Das Nero-Tool unterstützt die Dateisysteme ISO 9660, Joliet und die Rock-Ridge-Erweiterungen des ISO-Standards, die bei Unix-Derivaten Dateirechte, Dateieigentümer oder symbolische Verknüpfungen bereitstellen.

Ungewohnt ist jedoch, dass Nero keine Video-DVDs aus beliebigen Filmdateien erzeugen kann. Leider bietet der Hersteller, anders als bei dem Windows-Produkt, keine optionale Erweiterung dafür an. Um Video-DVDs zu erstellen, müssen Video- und Audiodaten also bereits im passenden Format vorliegen. (Jan Schulze)

CW-Fazit: Nero Linux 3 ist eine umfassende Lösung zum Brennen von CDs und DVDs unter Linux und verfügt im Gegensatz zu den Linux-Standard-Tools über alle Codecs.