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Nemetschek macht den Aktionären Hoffnung

26.05.2004

Der Bausoftwarespezialist Nemetschek ist nach dem Schrumpfkurs der vergangenen Jahre wieder optimistisch. In einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" erklärte der Vorstandschef Gerhard Weiß, es gehe wieder aufwärts, die Sanierung sei nun abgeschlossen. Zwei Jahre lang habe sich das Unternehmen mehr mit sich selbst als mit dem Markt und den Kunden beschäftigt. Dies sei nun vorbei. "Wir erwarten für 2004 bei steigenden Umsätzen eine überproportionale Ergebnissteigerung", so Weiß. Der ehemalige Finanzchef setzt dabei auf die wachsende Nachfrage nach Software für Umbauten im Bestand sowie mobile PC-Anwendungen am Bau. Um das Vertrauen der Aktionäre zu belohnen, stellt der Topmanager für 2004 nun erstmals seit dem Börsengang im Jahr 1999 eine Dividende in Aussicht.

Das Münchner Softwareunternehmen wurde bei seinem Expansionskurs von der lang anhaltenden Baukrise und dem Zusammenbruch des Neuen Marktes kalt erwischt. Um die Kostenstruktur den geschrumpften Einnahmen anzupassen, musste Nemetschek in den vergangenen zwei Jahren 300 der ursprünglich 1300 Stellen streichen. Auch 2003 ging der Umsatz mit 95,6 Millionen Euro deutlich zurück. Gleichzeitig gelang es der Bausoftwareschmiede jedoch, mit einem Nettoprofit von vier Millionen Euro wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.

Im ersten Quartal 2004 setzte sich die positive Entwicklung fort. So erhöhte Nemetschek seinen Nettoprofit gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 100.000 auf 500.000 Euro. Gleichzeitig konnten die Münchner ihre Einnahmen erstmalig wieder um 4,4 Prozent auf 23 Millionen Euro steigern.

Die positive Geschäftsentwicklung schlägt sich auch im Aktienkurs nieder: Mit einem aktuellen Wert von über sieben Euro notiert die Nemetschek-Aktie weit über den Tiefständen von unter einem Euro, wenn auch noch deutlich entfernt vom ehemaligen Emissionskurs in Höhe von 53 Euro. (mb)