Head-Requests

Nein, Microsoft liest nicht beim Skypen mit

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Derzeit schlägt eine Meldung von "heise Security" hohe Wellen. Die klingt danach, als würde Microsoft Skype-Chats mitlesen.

Die Kollegen von "heise Online" haben ihre Meldung unter der Überschrift "Vorsicht beim Skypen - Microsoft liest mit" ins Netz gestellt. Diesen Tenor haben zahlreiche andere Online-Medien übernommen. Bei genauerem Hinsehen steht aber nirgends etwas von Mitlesen. Sondern lediglich, dass Microsoft in Skype-Chats verschickte SSL-URLs per Head-Request anpingt - die, wie "heise Security" selbst schreibt, lediglich Verwaltungsinformationen des Servers abrufen.

Dieses automatisierte Scannen dient einer Stellungnahme des Skype-Eigentümers zufolge "zur Bestimmung von (a) vermutlichem Spam und/oder (b) URLs, die bereits als Spam-, Betrugs- oder Phishing-Links identifiziert wurden." Das muss man nicht gutheißen - es hat aber definitiv nichts damit zu tun, dass Microsoft irgendetwas "mitlesen" würde. Also einfach mal die Kirche im Dorf lassen bitte.