IT-Outsourcing

Neckermann.de lagert an Atos Origin aus

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Versandhändler Neckermann.de hat ein IT-Outsourcing-Abkommen unterzeichnet. In den kommenden acht Jahren verantwortet Atos Origin den Betrieb von Rechenzentren, Desktops, Anwendungsentwicklung und -Support.

Seit 2004 betreibt Atos Origin bereits den Großrechnerbetrieb von Neckermann.de. Damals hat der Handelskonzern Karstadt-Quelle seine zentrale IT Atos Origin übertragen. Neckermann.de gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zu der Warenhaus-Gruppe, erst im März dieses Jahres wurde der defizitäre Versandhändler mehrheitlich an die Private-Equity-Gesellschaft Sun Capital Partners verkauft. 49 Prozent hält weiterhin Arcandor (ehemals Karstadt-Quelle).

Im Zuge des zum 1. Juni 2008 in Kraft getretenen Abkommens überträgt Neckermann.de nun auch die Applikationsentwicklung und -betreuung sowie den Desktop-Support an den IT-Dienstleister. "Atos Origin wird unser Generalunternehmer für alle IT-Services", sagte Jörg Heistermann, CIO von Neckermann.de, der COMPUTERWOCHE. Atos Origin übernimmt damit auch die Steuerung anderer externer Lieferanten. "Wir werden im Einzelfall prüfen, mit welchen Anbietern wir weiter zusammenarbeiten", kündigte Andreas Reichel, Vice-President Sales & Markets bei Atos Origin, an. "Die Zahl der Sublieferanten wird sich reduzieren."

Das Volumen des Outsourcing-Deals beläuft sich auf einen Euro-Betrag im dreistelligen Millionen-Bereich. Zu Einsparzielen machte Heistermann keine Angaben. Mitarbeiter sind von dem Abkommen kaum betroffen. Da die IT sehr Host-lastig ist, wechselten bereits viele IT-Experten im Zuge des früheren Deals zu Atos Origin.

Aufgabe des IT-Dienstleister wird es sein, die IT flexibler zu gestalten, so dass Neckermann.de besser auf die bevorstehenden Umwälzungen im Kerngeschäft vorbereitet ist: Bis zum 2010 will der Versandhändler 70 Prozent der Einnahmen durch Verkäufe im Internet erzielen. Bislang sind es 50 Prozent. Dazu wird Atos Origin etwa ein Drittel der Applikationen in die Client-Server-Welt überführen. Seit einigen Monaten läuft beispielsweise die Einführung einer SAP-basierenden Stammdatenverwaltung.

Etwa 25 bis 35 Mitarbeiter bleiben weiterhin in der IT-Abteilung von Neckermann.de angestellt. Sie müssen künftig den IT-Dienstleister steuern, zwischen Fachabteilung und Provider vermitteln sowie die Prozesse und IT-Strategie gestalten. "Wir werden aber keine Programmierer mehr beschäftigen", betonte Heistermann.