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NEC-Tochter zockte Geld für bedürftige Schulen ab

28.05.2004

Die NEC-Geschäftseinheit Business Network Solutions (NEC/BNS) hat vor einem US-Bezirksgericht zugegeben, dass sie sich bei einem Regierungsprogramm zur Förderung der Internet-Nutzung unzulässig bedient habe. Wie das US-Justizministerium bekannt gab, hat sich die Tochter von NEC America im Rahmen des E-Rate-Programms bei Ausschreibungen für das PC- und Netz-Equipment von mindestens fünf Schulbezirken gegenüber den Wettbewerbern Vorteile verschafft.

Der US-Kongress hatte das 2,25 Milliarden Dollar schwere Programm im Jahr 1996 gestartet, um finanzschwachen Schulen und Büchereien die Nutzung der Internets zu ermöglichen. Die Einrichtungen können dabei von der der Federal Communications Commission (FCC) Geld für die Verkabelung, Ausrüstung und monatlichen Anschlussgebühren beantragen.

NEC/BNS wird unter anderem vorgeworfen, die Gebote bei Ausschreibungen künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Dazu seien falsche Unterlagen eingereicht und Produktspenden angeboten worden, die das Unternehmen E-Rate anschließend in Rechnung stellen wollte. Außerdem habe die Company durch die Bündelung von Aufträgen und Geboten in fünf Schulbezirken gegen Antitrust-Gesetze verstoßen.

Als Wiedergutmachung zahlt die Tochter des zweitgrößten japanischen Speicherchip-Herstellers nun eine Geldstrafe von 4,7 Millionen Dollar in bar. Außerdem ist NEC/BNS bereit, als Bedingung für eine dreijährige Bewährungsfrist einen Schadenersatz von 10,3 Millionen Dollar in bar sowie 5,6 Millionen in Form von Waren und Services zu leisten.

NEC America sieht die Schuld bei der kleinen Vertriebsmannschaft von NEC/BNS, die inzwischen aufgelöst wurde. "Wir haben das Problem erkannt, Nachforschungen angestellt und sichergestellt, dass solche Fehler nie wieder auftauchen", so Tom Burger, CEO von NEC/BNS.

Den Betrug hatte eine Kommission des US-Kongresses bei einer routinemäßigen Untersuchung des Projekts entdeckt. Bereits im Januar 2004 hatten die Ermittler in einem Lagerhaus in Chicago unter einer dicken Staubschicht TK-Equipment im Wert von fünf Millionen Dollar gefunden. Die für Schulen bestimmte Ausrüstung hatte der US-Carrier SBC Communications mit E-Rate-Fördermitteln gekauft, aber offensichtlich nie eingesetzt. (mb)