Octascale-Technik soll Ressourcen besser nutzen

NCRs Acht-Wege-Server für NT kommt im November

17.10.1997

Bei dem Server handelt es sich um eine Acht-Wege-Version des bereits eingeführten SMP-Systems "Worldmark 4300". Hinter der Octascale-Technik verbirgt sich eine Chipsatzarchitektur, die die Verbindung zweier Intel-Standard-High-Volume-(SHV-) Vier-Prozessor-Boards ermöglicht. Der Chipsatz stelle die zwei Arbeitsspeicher der CPU-Karten als ein gemeinsames Memory dar, erläutert Manfred Rödig, Produkt-Manager Superserver bei der NCR-Dependance in Augsburg.

Kernstück von Octascale ist der sogenannte Advanced Memory Controller. Dieser regelt den Datenverkehr zwischen den physikalisch verteilten Arbeitsspeichern, die für das Betriebssystem und die Anwendungen als ein logischer Speicherraum erscheinen. Im Gegensatz zu den ähnlich aufgebauten Non-Uniform-Memory-Access-(Numa-)Architekturen von Konkurrenten wie Data General oder Sequent verwendet NCR damit ein hardwarebasiertes Modul für die Verwaltung von Arbeitsspeicherdaten.

Die für diese Aufgabe konzipierte Softwareschicht in Numa-Implementierungen könne die Systemressourcen in geringerem Maße ausschöpfen, als dies mit der Octascale-Lösung möglich sei, argumentiert NCR. Auch eine bei Numa empfohlene Anpassung von Applikationen wie etwa Datenbanken sei nicht erforderlich. Leistungssteigernd bei Octascale wirke sich darüber hinaus die eigenentwickelte Software "SMP Utilization Manager" aus, die bestimmten Applikationen spezielle Prozessoren zuordnet.

NT-Cluster künftig mit 16 Rechnerknoten

Weitere Skalierungsoptionen bietet NCR mit der Clustering-Software "Lifekeeper" an, die aus dem Unix-Umfeld stammt. Unter Windows NT lassen sich derzeit drei Rechnerknoten koppeln. Wie Rödig erklärte, wurde die Software inzwischen erweitert. Bis spätestens Dezember 1997 soll es möglich sein, über Lifekeeper bis zu 16 NT-Server in einen Cluster-Verbund zu integrieren.

NCR bietet die Worldmark-Systeme mit Pentium-Pro-Prozessoren mit 166 oder 200 Megahertz Taktfrequenz an. Der Systembus soll mit Übertragungsraten von maximal 1,066 MB/s arbeiten. Auf den Hauptplatinen sind unter anderem Dual-Ultra-Fast/Wide-SCSI-Controller untergebracht. Zwölf Hot-plug-fähige Festplatten finden in dem Rechnergehäuse Platz und bieten maximal 108 GB interne Speicherkapazität. Der Hauptspeicher läßt sich bis auf 8 GB ausbauen.

Dedizierter Prozessor steuert System-ManagementFür hohe Verfügbarkeit sollen auch redundante Lüfter und Netzteile sorgen. Darüber hinaus rüstet NCR die Maschinen mit einem Modem aus, über das Administratoren Wartungs- und System-Management-Aufgaben erledigen können. Ein hierfür konzipierter "Server-Manager-Prozessor" kann ebenfalls während des Betriebs ausgetauscht werden.

Der Hersteller liefert die Rechner zunächst mit Windows NT 4.0 aus. Ein Betrieb unter NCR Unix SVR4 ist ebenfalls möglich. Preise konnte die deutsche Niederlassung bis Redaktionsschluß nicht nennen.