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Nbsp: Nur der Chef ist über 30

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Als junge Vorgesetzte noch als Phänomen gefeiert wurden, gehörte Mario Kandler mit seiner kleinen Internet-Firma schon fast zum Establishment. Während andere an ihrem eigenen Ruhm feilten, werkelte der Jungunternehmer fleißig an seinen eigenen Content- und Projekt-Management-Produkten.

"Unter Druck arbeite ich am besten", erzählt Mario Kandler ganz begeistert. Dieser Leidenschaft konnte er in den vergangenen Jahren ausreichend frönen, denn aus der 1997 mit zwei Freunden gegründeten Firma hat sich ein kleines, solides Unternehmen entwickelt. "Damals haben wir aus einer Laune heraus Internet-Seiten entwickelt", erzählt Kandler. Damals, zu New-Economy-Zeiten, war es chic, eine eigene Company zu haben.

Auch Kandlers Firmengeschichte begann wie die mancher Start-ups im eigenen Wohnzimmer. Doch anders als viele seiner Unternehmensgründer-Kollegen schaffte er den Sprung in die Mittelklasse. Als die eigene gute Stube für die kleine Firma zu eng wurde, zog er mit seinem kleinen Team ins Straubinger Gründerzentrum. Inzwischen arbeitet die zwanzigköpfige Mannschaft auf zwei Etagen in einem umgebauten Bürogebäude am Stadtrand von Straubing, eine Niederlassung in München kam 2001 hinzu.

Dabei waren die Randbedingungen für die jungen Unternehmensgründer aus Niederbayern genauso wechselhaft wie für andere. Doch die Boomphase 2000 und die schwierigen Zeiten des Abschwungs haben sie besser überstanden. Einer der Gründe könnte der bodenständige Pragmatismus des Jungunternehmens Kandler sein. Statt trendige Partys zu besuchen, investierte er einen Teil seiner Zeit in eine solide Ausbildung und begeisterte sich für schwierige Aufgaben.

Mario Kandler (links) und Karl-Heinz Blenk im Gespräch.