Web

 

Navy-Deal belastet weiter EDS-Bilanz

27.04.2004

Der weltweit zweitgrößte IT-Serviceanbieter Electronic Data Systems ( EDS ) konnte seinen Fehlbetrag im ersten Quartal 2004 deutlich reduzieren und die Analystenerwartungen beim Umsatz übertreffen. Ohne die Verluste bei zwei Problemverträgen wäre das Ergebnis allerdings deutlich besser ausgefallen. Wegen weiterer "Unsicherheiten" bei einem Outsourcing-Auftrag mit der US-Navy und dem Verkauf der Softwaresparte UGS PLM Solutions senkte der Konzern nun die Prognose für das Gesamtjahr.

Der IT-Dienstleister aus Plano, Texas, meldet für das Berichtsquartal einen Nettoverlust von zwölf Millionen Dollar oder zwei Cent pro Aktie, verglichen mit einem Fehlbetrag von 1,4 Milliarden oder drei Dollar je Anteilschein im Vorjahreszeitraum. Einmalige Sondereffekte nicht eingerechnet, betrug das aktuelle Minus drei Millionen Dollar oder einen Cent pro Anteil. Das Ergebnis entsprach damit der mittleren Erwartung der Analysten und lag deutlich unter dem Pro-forma-Verlust von 33 Millionen Dollar oder sieben Cent je Aktie im Vorjahresquartal.

Die Einnahmen (ohne UGS PLM Solutions) erhöhten sich um 3,6 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar und lagen damit deutlich über dem Analystenkonsens von 5,09 Milliarden Dollar. Zuwächse verbuchte das Unternehmen auch beim Auftragseingang. Besonders erfolgreich waren die Texaner bei der Generierung von Verträgen mit einem Volumen von unter 250.000 Dollar sowie im Geschäft mit Finanzdienstleistern, der US-Regierung sowie der Kommunikationsindustrie.

CEO Michael Jordan zog eine positive Bilanz des Quartals. EDS sei nun finanziell besser aufgestellt, konkurrenzfähiger und habe die Zahl seiner Problemaufträge auf zwei reduziert. Insbesondere der Deal mit dem US-Navy Marine Corps, den Jordan Anfang des Jahres noch als "Elefant im Wohnzimmer" bezeichnet hatte, sei nun, was Ablauf wie auch Kosten anbelangt, unter Kontrolle. Allerdings sorgte der Vertrag im Berichtszeitraum für ein operatives Minus von 145 Millionen Dollar. Ein zweiter, nicht näher genannter Auftrag (Computerwoche.de berichtete) verursachte Verluste und Abschreibungen von 94 Millionen Dollar. Laut Jordan verhandelt EDS derzeit mit dem Kunden über eine Einigung, die möglicherweise jedoch mit dem Abbruch der Beziehung enden könnte.

Für das laufende zweite Quartal stellt EDS einen Umsatz von 5,1 bis 5,2 Milliarden Dollar in Aussicht. Im Idealfall werde ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, schlimmstenfalls aber ein Minus von sechs Cent pro Aktie. Dabei sind die rund zwei Milliarden Dollar hohen Erlöse aus dem Verkauf der Softwaresparte UGS PLM Solutions sowie bestimmte Risiken durch den Navy-Vertrag nicht mit eingerechnet. Im Gesamtjahr rechnet das EDS-Management nun auf dieser Basis mit Einnahmen zwischen 20 Milliarden und 21 Milliarden Dollar sowie einem Plus von 20 bis 40 Cent je Aktie. Zuvor hatte die Company einen Pro-forma-Profit von 50 bis 60 Cent pro Anteil bei bis zu 22 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht gestellt. (mb)