Indoor-Navigation

Navvis mit neuen Investoren BayBG und MIG

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Das Startup Navvis hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde mit den beiden renommierten Münchner Kapitalgebern BayBG (Bayerische Beteiligungsgesellschaft) und MIG Fonds abgechlossen.

Navvis wurde im Mai 2013 gegründet und entwickelt Produkte und Anwendungen zur zentimetergenauen Kartierung und Navigation in Innenräumen. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht (was darauf hindeuten wohlgemerkt könnte, dass das Investment nicht unbedingt spektakulär hoch ist, Anm. d. Red.). Das Kapital will Navvis laut Mitteilung für die weitere Entwicklung und Markterschließung verwenden.

Die Navvis-Gründer mit ihrem Kartierungs-Trolley
Die Navvis-Gründer mit ihrem Kartierungs-Trolley
Foto: Navvis

Navvis hat einen Kartierungs-Trolley - einen mit Lasern und Kameras ausgestatteten fahrbaren Scanner - enwickelt und zum Patent angemeldet, mit dem erstmals die dreidimensionale Erfassung ganzer Gebäude in kürzester Zeit und für jedermann möglich sein soll. "Eine Person kann mit dem Trolley nach kurzer Einweisung am Tag bis zu 50.000 Quadratmeter Innenfläche kartieren", verspricht Mitgründer Felix Reinshagen. "Wir sind damit deutlich schneller und günstiger als alle bisher verfügbaren Kartierungsmethoden."

Für Navvis stünden derzeit vor allem B2B-Anwendungen im Mittelpunkt. Reinshagen schätzt, dass in den nächsten zehn Jahren mindestens 100 Milliarden Quadratmeter umbaute Fläche digitalisiert werden, das entspreche rund einem Drittel aller umbauten Flächen weltweit. Der Kartierungs-Trolley geht wegen der steigenden Nachfrage jetzt in Kleinserie. In der nächsten Stufe ermöglicht die Navvis-Technologie über die Kartierung hinaus auch "Turn-by-turn"-Navigation via Smartphone. Diese visuelle Positionsbestimmung komme ohne zusätzliche Infrastruktur wie WLAN, RFID oder Bluetooth aus, heißt es weiter.

3D-Punktwolke einer kartierten Industrieumgebung in Navvis Indoor Viewer
3D-Punktwolke einer kartierten Industrieumgebung in Navvis Indoor Viewer
Foto: Navvis

Navvis war im Sommer zu "Münchens bestem Startup" gewählt worden und kooperiert seit kurzem mit dem Deutschen Museum bei der Digitalisierung dessen komplexer Ausstellungsräume. Die Datenhoheit bleibt dabei beim Kundens (eines der Hauptkriterien bei der Entscheidung). Die bereits vollständig digitalisierte und in 3D erfasste Abteilung Schifffahrt kann man unter www.deutsches-museum.de/ausstellungen/entdecken/rundgang abrufen.

Entstanden war Navvis am Lehrstuhl für Medientechnik der Technischen Universität München (TUM). Zu seinen wichtigsten Unterstützern gehören das Zentrum für Innovation und Gründung an der TUM, UnternehmerTUM, BayStartUP (ehemal evobis) sowie das gemeinsam mit der LMU betriebene Center for Digital Technology & Management (CDTM).