Navision harmoniert nicht mit SQL Server

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Navision-Anwender wollen von der nativen ERP-Datenbank auf SQL Server wechseln. Doch die Erfahrungen mancher Umsteiger zeigen, dass beide Produkte nicht optimal zusammenarbeiten.

Hier lesen Sie ...

  • wieso für Navision-Kunden ein Umstieg von der nativen Datenbank auf SQL Server zu Schwierigkeiten führen kann;

  • warum bei einer Migration die ERP-Umgebung für SQL Server aufwändig angepasst werden muss;

  • was Experten an der herstellerseitigen Anpassung von Navision auf SQL Server bemängeln;

  • dass das ERP-System viele Eigenschaften des SQL Server nicht nutzt.

So mancher Navision-Anwender möchte statt der nativen Datenbank des ERP-Pakets Microsofts SQL Server nutzen, da dieser besser skaliert, größere Datenmengen verarbeiten kann und mehr Funktionen in puncto Geschäftsdatenanalyse bietet. Doch nicht alle Anwender sind nach der Datenbankmigration zufrieden. Zu den Kritikern zählt die in Schwabach beheimatete Firma Apollo Optik. Sie unterhält 370 Filialen und Franchiser in Deutschland und verwendet seit 1998 Navision. Derzeit nutzen 60 Anwender die Business-Software in der Version 3.70.

Im Zuge des Updates von Version 2.60 stieg Apollo von der nativen Datenbank auf den SQL Server um, und zwar mit dem Ziel, die akuten Probleme bezüglich Backup und Restore zu beseitigen, die ERP-Lösung leistungsfähiger zu machen sowie die Integration in andere Systeme zu vereinfachen. IT-Leiter Erich Ehbauer versprach sich vom SQL Server zudem einen Ausweg aus dem Ärgernis, dass durch die zahlreichen Batch-Läufe das Antwortzeitverhalten nicht mehr akzeptabel war. So werden mitunter ganze Tabellen während eines Stapeljobs für einen längeren Zeitraum gesperrt ("Table Locking") und sind somit für Benutzertransaktionen oder andere Batches nicht zugänglich.

Solche Lock-Mechanismen sind nützlich und notwendig. Sie sollen verhindern, dass mehrere Prozesse um den Zugriff auf Datenfelder einer Datenbank konkurrieren. Ohne diese Vorkehrungen käme es zu Inkonsistenzen in der Datenhaltung.