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Naughty Naughton auf freiem Fuß

23.12.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein US-Bundesrichter hat gestern seine eigene Haftverfügung aufgehoben und den ehemaligen Infoseek-Mitarbeiter Patrick Naughton auf Kaution (100 000 Dollar) freigelassen. Erst am Montag hatte Richter Edward Rafeedie sich geweigert, den 34jährigen, der von einer Jury des Besitzes von Kinderpornographie für schuldig befunden wurde (CW Infonet berichtete), aus der Haft zu entlassen. Er hatte dies abgelehnt, obwohl ein Berufungsgericht Teile des Bundesgesetzes "Child Pornography Prevention Act" von 1996 als verfassungswidrig befunden hatte. Hier sei der US-Kongreß zu weit gegangen, als er den Besitz von Material, das Kinder in sexuell eindeutigen Situationen abzubilden "scheint" oder "diesen Eindruck erweckt", für strafbar eingestuft hat. Rafeedie lenkte letztendlich mit der Begründung

ein, es sei durchaus möglich, daß Naughton den Prozeß in zweiter Instanz gewinnen könnte.

Der einst für einen Top-Job bei Walt Disney vorgesehene Naughton war durch eine verdeckte FBI-Aktion gefaßt worden. Er war einer Agentin ins Netz gegangen, die sich bei einem Online-Chat mit Naughton als 13jährige ausgegeben hatte. Als er sich mit ihr treffen wollte, wurde er festgenommen (CW Infonet berichtete).