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Nasdaq will Pennystock-Regelung lockern

14.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Angesichts der derzeitigen Marktschwäche erwägen die Betreiber der US-Aktienbörse Nasdaq offenbar eine Lockerung der Delisting-Regeln. Nasdaq-Chairman Hardwick Simmons erklärte auf der Jahresversammlung der Securities Traders Association, die hohe Zahl von Pennystocks stelle die Regelung in Frage, dass Firmenanteile mit einem Wert von unter einem Dollar automatisch vom Kurszettel der Technologiebörse gestrichen werden. Zurzeit notieren rund 500 der insgesamt etwa 3800 Nasdaq-Aktien in diesem kritischen Bereich. Simmons machte jedoch keine Angaben zu möglichen Änderungsplänen.

Die Notierung an der Nasdaq ist gerade für kleine US-Firmen entscheidend für den Fortbestand, da sie sonst vom Radarschirm der Investoren praktisch verschwinden. Die US-Technologiebörse hatte bereits nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Delisting-Regeln etwas gelockert: So wird seit Januar diesen Jahres Unternehmen, deren Aktienkurs an 30 aufeinanderfolgenden Handelstagen unter einem Dollar lag, eine verlängerte Frist von 180 Tage gegeben, um ihre Anteilscheine wieder über diesen kritischen Wert zu hieven. Anschließend entscheiden die Höhe der Marktkapitalisierung, des Jahresgewinns sowie des Aktienwerts über den Verbleib an der Nasdaq. Erfüllt der Delisting-Kandidat eines der drei Kriterien, kann er eine Fristverlängerung um weitere 180 Tage beantragen.

Den gelockerten Regeln ist es zu verdanken, dass die Zahl der Rauswürfe in den ersten acht Monaten diesen Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42 Prozent von 324 auf 188 gefallen ist. Einige Firmen verschwanden aber auch durch Fusionen von der Nasdaq oder stiegen in den New York Stock Exchange (NYSE) auf. (mb)