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Nasdaq schließt Mercury vom Börsenhandel aus

04.01.2006
Hersteller konnte auch nach Schonfrist keinen Finanzbericht vorlegen.

Die New Yorker Börse Nasdaq Stock Exchange wird die Aktien des Softwareherstellers Mercury Interactive ab heute aus ihrem Listing streichen. Grund für den Ausschluss ist, dass Mercury auch nach einer vom 30. November 2005 auf den 3. Januar verlängerten Abgabefrist nicht im Stande war, einen akkuraten Finanzbericht vorzulegen. Das kalifornische Unternehmen kämpft schon seit einiger Zeit mit Problemen, die einige inzwischen ausgeschiedene Top-Manager hinterlassen haben. In den vergangenen Jahren sollen mehrfach falsche Zuteilungsdaten für Optionen veröffentlicht worden sein, um deren Preise künstlich niedrig zu halten. Die drei ehemaligen Unternehmenslenker - CEO, CFO und Justiziar - sollen von diesen Vorgängen nicht nur gewusst, sondern auch profitiert haben, was letztlich im November vergangenen Jahres zu ihrem Ausstieg aus der Company führte.

Ein Sprecher des auf Applikations-Testwerkzeuge spezialisierten Unternehmens erklärte, man werde weiterhin an einer Richtigstellung der Finanzberichte arbeiten und strebe eine Wiederaufnahme in die Nasdaq-Notierung an. Bis dahin werden die Papiere als Pink Sheets gehandelt, unterliegen also keinerlei Börsenvorschriften. Mercury hatte im vergangenen Geschäftsjahr 685 Millionen Dollar umgesetzt. Die Aktien blieben nach der Bekanntgabe der Ungereimtheiten im November von einem Kurssturz verschont und wurden zuletzt mit 28,25 Dollar gehandelt. (ue)