Web

 

Napster verhandelt mit Musikdatenbank-Anbietern

13.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der umstrittene File-Sharing-Dienst Napster will offenbar eine externe Musikdatenbank-Technik in Lizenz nehmen, um den illegalen Song-Tausch auf seiner Website zu unterbinden. Zu diesem Zweck verhandelt das US-Unternehmen mit einigen Anbietern. In der engeren Wahl ist laut Napster-Chef Hank Barry die kalifornische Company CDDB, eine Tochter von Gracenote. Mit deren Datenbank könnte die inzwischen gängige Praxis unterbunden werden, wonach Napster-Anwender die seit kurzem durch Filter vor dem Austausch geschützten Copyright-Songs durch Abwandlungen der Original-Musiktitel umgehen. So rutschen derzeit Lieder wie "To Live is to Die" von Metallica in der Variation "2 Live is 2 Die" durch die Kontrolle. Mit der CDDB-Datenbank könnte Napster diese Verstöße abwehren, da sie Millionen von Musiktiteln sowie mehrere ihrer Abwandlungen enthält. Barry zufolge soll die externe Datenbanktechnologie

als zusätzliche Sicherheit zu dem Filtersystem eingesetzt werden, das die Napster-Ingenieure augenblicklich entwickeln.

Aufgrund einer einstweiligen Verfügung hat Napster nur noch bis zum morgigen Mittwoch Zeit, die durch Copyright geschützten Songs aus dem Verzeichnis seines File-Sharing-Services zu löschen und seine Teilnehmer dadurch am Tausch zu hindern. Die Plattenindustrie hatte der Musikbörse am vergangenen Freitag eine entsprechende Index-Liste zugesandt (Computerwoche online berichtete).