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Napster schiebt 320 000 Metallica-Fans den Riegel vor

10.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Softwareschmiede Napster hat rund 320 000 Benutzerkonten von seinem Musik-Share-Service gesperrt, die der Heavy-Metal-Band Metallica zufolge gegen Copyright-Gesetze verstoßen haben sollen. Zusammen mit der britischen Urheberrechtsschutz-Firma Net PD ermittelte Metallica die Namen derjenigen, die die Songs der Band im MP3-Format im Web zum Austausch anboten. Napster hat die verdächtigen Konten zwar gesperrt, weist jedoch in einer Stellungnahme auf seiner Website darauf hin, dass möglicherweise auch Unschuldige betroffen sein könnten. Mit Napsters Software können Benutzer die auf ihrer Festplatte gespeicherten MP3-Songs anderen Musikfans über das Web als Download zur Verfügung stellen. Dabei kommen oft Raubkopien in Umlauf, die ohne Erlaubnis der Urheber im Internet ausgetauscht werden.

Ob die Blockade den gewünschten Effekt erzielt, ist fraglich. Jeder gelöschte Benutzer kann die Napster-Software von seinem Computer löschen, dann neu installieren und sich unter einem neuen Namen wieder anmelden. Die Copyright-Schützer von Net PD wiederum erklärten, sie hätten nicht nur die Namen der betroffenen Anwender, sondern auch deren IP-Adressen gesammelt. Dadurch könnten die Metallica-Fans effektiver blockiert werden.

Nicht nur Metallica macht Napster derzeit das Leben schwer. Neben der Musik-Band haben auch der Rapper Dr. Dre und die Recording Industry Association of America (RIAA) Klage gegen den Online-Musik-Tauschdienst eingereicht.