Nandan Nilekani, Infosys: "Wir sind besser, schneller und billiger"

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Mit Nandan Nilekani, Chief Executive Officer (CEO) von Infosys, sprach CW-Redakteurin <a href="mailto:sprehl@computerwoche.de">Sabine Prehl</a> über das Erfolgsrezept seines Unternehmens.

CW: Herr Nilekani, worauf gründet sich das Wachstum Ihres Unternehmens?
Nilekani: Unser Rückgrat bildet die Anwendungsentwicklung und -betreuung. Da kommen wir her, und da sind wir besser, schneller und billiger als die Konkurrenz. Seit einigen Jahren bauen wir aber auch unsere Services in den Bereichen BPO, Infrastruktur-Management, Systemintegration und Testing/Validation sowie unsere Beratungskapazitäten kontinuierlich aus.

CW: Das Wachstum schafft aber auch Probleme. Experten zufolge könnten den indischen Anbietern schon bald die Fachkräfte ausgehen.
Nilekani: Das glaube ich nicht. Jedes Jahr machen mehr als 300 000 Ingenieurstudenten ihren Abschluss. Wir erhalten pro Jahr 1,2 bis 1,3 Millionen Bewerbungen und können es uns leisten, nur die Besten zu nehmen. Und wenn das nicht ausreicht, werden eben zusätzliche Universitäten errichtet.

CW: Aber dadurch, dass sich die Experten vor Angeboten kaum retten können, wechseln sie ständig den Arbeitsplatz und werden immer teurer.
Nilekani: Das betrifft in erster Linie Call-Center, das ist nicht unser Geschäft. Bei Infosys beträgt die Fluktuationsrate etwa neun Prozent - ein gesunder Wert. Und die Lohnsteigerungen können wir auffangen, indem wir weiter wachsen und stärker von den Economies of Scale profitieren.

CW: Was macht Sie so zuversichtlich, dass Sie auch künftig so stark wachsen wie bisher?
Nilekani: Wir haben ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und können unsere Services schneller bereitstellen als die Konkurrenz. Auf diese Weise gewinnt man Kunden hinzu.

CW: Aber die globalen IT-Dienstleister bauen ihre Offshore-Kapazitäten doch auch aus.
Nilekani: Ja, aber sie können dafür weniger verlangen, dadurch gehen ihre Umsätze zurück. Daher müssen die etablierten Player ihre Betriebskosten senken und insgesamt ihr Geschäftsmodell ändern, wenn sie gegen uns bestehen wollen.

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