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Nackenschläge für die CeBIT

04.09.2006
In einem Interview mit der "FAZ" übt Gee Sung Choi, Vorstandschef von Samsung Digital Media Business, harsche Kritik an der CeBIT, während er der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin Lob zollt.

"Die CeBIT in Hannover kommt mit ihrer Ausrichtung auf die Informationstechnik unter Druck", sagte Choi. Die Messe hänge zu stark an der Computerindustrie, die insgesamt Sättigungstendenzen zeige. Aus diesem Grund sei auch die amerikanische Comdex von der Bildfläche verschwunden. Die IFA dagegen sei mit ihrem Fokus auf Unterhaltungselektronik besser positioniert. Die Entscheidung, diese Veranstaltung jährlich auszurichten, sei richtig.

Doch Choi wird mit seiner Kritik am Hannoveraner Messe-Event noch deutlicher. "Die CeBIT hat - über die Trends in der Industrie hinaus - eine Menge limitierender Faktoren", sagte der Samsung-Chef gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung ". Die Hotels in Hannover seien "extrem teuer", der Transport oft schlecht. "Die Stadt Hannover kümmert sich nicht um diese Probleme, und so kommen viele unserer Kunden lieber nach Berlin."

Die IFA sei der CeBIT überlegen. Im Markt gebe es keine klare Differenzierung zwischen Informationstechnik und Unterhaltungselektronik mehr. Deshalb gingen die Aussteller dorthin, wo die Rahmenbedingungen am besten seien. "Wenn wir einen Grund dafür finden, nicht mehr zur CeBIT zu gehen, werden wir das tun", drückte sich Choi eher vage aus. Konkreter war vor wenigen Tagen der finnische Mobilfunkriese Nokia geworden: Er hatte seine CeBIT-Teilnahme für 2007 abgesagt. (hv)