Oracle Senior IT

Suboptimaler Umgang mit Informationen

Nachholbedarf bei Analytics-Technologien

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Es sind eher organisatorische Herausforderungen als technische Hürden, die Unternehmen von einer umfassenden Analytics-Nutzung abhalten. Vor allem die mangelnde Fähigkeit, neue Ideen und Konzepte in Unternehmen zu verankern, steht der Einführung intelligenter Datentechnik im Weg, behauptet eine aktuelle Studie.
Immer mehr Unternehmen verwenden Analytics-Technologien, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und Geschäftsrisiken zu antizipieren (obere Gruppen) - doch es besteht noch gehöriger Nachholbedarf.
Immer mehr Unternehmen verwenden Analytics-Technologien, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und Geschäftsrisiken zu antizipieren (obere Gruppen) - doch es besteht noch gehöriger Nachholbedarf.
Foto: MIT Sloan Management Review

Unter Analytics-Technologien versteht man neue, intelligente Möglichkeiten, wie Unternehmen Informationen sammeln, analysieren und nutzen können. Die MIT Sloan Management Review und das IBM Institute of Business Value haben untersucht, wie Unternehmen diese Technologien in ihre Prozesse und Betriebsabläufe einbetten. Befragt wurden weltweit mehr als 4.500 Führungskräfte, Manager und Analysten aus mehr als 120 Ländern und 30 Branchen.

Der neue Bericht baut auf den Erkenntnissen aus der ursprünglichen Studie von 2010 auf. Diese unterteilt die Analytics-Nutzer in drei Gruppen: "Basisnutzer", "erfahrene Nutzer" und "transformierte" Nutzer. Mit Letzteren sind Unternehmen gemeint, die sich bereits in echte "analytische" Unternehmen verwandelt haben. Sie verwenden Analytics-Technologien unter anderem, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und Geschäftsrisiken zu antizipieren. Außerdem machen transformierte Unternehmen die Analyse-Ergebnisse leichter für ihre Mitarbeiter nutzbar, beispielsweise im Kundenverkehr

Das zentrale Ergebnis: Die Mehrheit der Unternehmen nutzen Analytics-Technologien, um ihre finanziellen und operativen Tätigkeiten besser zu managen. Für Entscheidungen in anderen wichtigen Bereichen vertrauen sie seltener auf Analytics-basierte Erkenntnisse. Nur weniger als 25 Prozent der Basisnutzer gaben an, Daten und Analysen bei Entscheidungen bezüglich Kunden, Geschäftsstrategien und Personalfragen heranzuziehen.

Bei den transformierten Organisationen hingegen nutzt etwa die Hälfte Analytics-Technologien für Entscheidungen bezüglich Kunden, Geschäftsstrategien und Personalfragen - also deutlich mehr als die anderen Gruppen. Auch unterscheiden sich transformierte Unternehmen durch eine offenere Unternehmenskultur von den anderen Gruppen. Sie haben Analytics-Technologien zu einem zentralen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie gemacht und betten auch Vorhersage-Technologien ("Predictive-Analytics") in ihre Prozesse ein. Die vollständige Studie finden Sie unter MIT SMR.