IT intim - Was CIOs akut beschäftigt

Nachhaltige Prozesse sind ein CIO-Thema

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Vor etwas mehr als zwei Jahren haben Sie auf einer DSAG-Tagung zum Thema "Nachhaltigkeit in Organisation & Prozessen" referiert. Das ist ein ziemlich ungewöhnliches Thema für einen CIO.

Nein, eigentlich nicht. Und der Vortrag ist heute aktueller denn je. In den meisten Fällen ist der CIO nicht der Owner der Prozesse, aber er sollte seinen Teil dazu beitragen, dass das Unternehmen ein solides Prozessgerüst bekommt.

Martin Hölscher, Triumph International
Martin Hölscher, Triumph International
Foto: Triumph International

In einer reifen Unternehmensorganisation hat der CIO ein Gegenüber auf der Business-Seite, das diese Aufgabe übernimmt. Oder er ist gleichzeitig Chief Process Officer. Aber das ist längst nicht überall der Fall. Viele Unternehmen haben den Übergang von der funktionalen zur prozessorientierten Organisation noch nicht geschafft. Dort gibt es nach wie vor funktionale Silos und "Ab-Teilungen". Aber was der Endkunde von dem Unternehmen wahrnimmt, ist das Ergebnis von Prozessen, nicht von Funktionen.

Wenn die Schlüsselprozesse im richtigen Fahrwasser sind, lassen sich daraus die Kennzahlen, die Organisation und letztendlich die Softwarelösungen ableiten. In diesem Zusammenhang kann ich nur sagen: SAP ist oft das geringste Problem, dass ich als CIO habe. SAP-Projekte scheitern ja nicht daran, dass SAP unfähig wäre, sondern dass das Unternehmen gewisse organisatorische Hausaufgaben nicht gemacht hat. Wenn die Prozesse vernünftig definiert sind, lassen sie sich in der Regel auch weitgehend im SAP-Standard abbilden.