IT-Investitionen

Nachfrage im Handel ist nach wie vor hoch

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Die Krise geht auch am Handel nicht spurlos vorbei. Doch in bestimmten Bereichen sind Software und IT-Services nach wie vor gefragt.

Der Handel in Deutschland hat in den vergangen zwei Jahren spürbar in IT investiert. Die Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) werten dies als Zeichen dafür, dass die Branche beim Einsatz moderner IT-Systeme noch Nachholbedarf hatte. Viele Lösungen waren - und seien es teilweise immer noch - nicht mehr "State of the Art". Veränderte Geschäftsstrukturen und -prozesse ließen sich damit nicht adäquat abbilden. Zudem haben die Softwareanbieter und IT-Dienstleister ihre Angebote verbessert. Dadurch sei auch die Bereitschaft des Handels, IT-Aufgaben extern erbringen zu lassen, gestiegen. Getrieben durch Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Effizienz ist der Trend zur Standardisierung und Industrialisierung bei den deutschen Händlern klar zu erkennen, so PAC. Als Beispiel nennen die Analysten die Standardisierung bei Edeka auf Basis von SAP.

Vor dem Hintergrund der Krise dürften sich die Aussichten allerdings spürbar eintrüben. Zwar stehen die Budgets bei den meisten Händlern schon seit September/Oktober fest, dennoch geht PAC davon aus, dass viele erst einmal abwarten und die Entwicklung beobachten werden. Dementsprechend werde eine Reihe von geplanten IT-Projekten vorerst auf Eis gelegt. Aktuell laufende Vorhaben seien dagegen weniger betroffen - vor allem wenn sie auf Einsparungen und Effizienzsteigerungen abzielten.

IT-Themen, die den Handel 2009 beschäftigen

Vor allem im Bereich Warenwirtschaft wird laut PAC im kommenden Jahr einiges passieren. Aktiv sind in diesem Segment neben den Branchenriesen SAP und Oracle Spezialisten wie Maxess, Aldata, SoftM oder Microsoft (mit Partnern). Damit verbunden ist auch das Thema Datenintegration - innerhalb der eigenen Wertschöpfung beim Händler, vom Einkauf bis zur Kasse und übergreifend hin zur Industrie. Zudem gibt es weiterhin Bedarf an POS-Lösungen (Point-of-Sale). "Der Bedarf ist vor allem bei Themen wie Sortiments- und Preisoptimierung, aber auch bei BI hoch ", so Lynn Thorenz, Consultant bei PAC. Unübersehbar sei zudem der wachsende Einfluss des Internets auf den Handel. Dadurch nähmen die Investitionen im Bereich E-Commerce langsam wieder zu. Generell seien Themen, über die sich der Handel differenzieren könne, besonders gefragt.