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Nach roten Zahlen: Unisys entlässt zehn Prozent der Belegschaft

19.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische IT-Dienstleister und Server-Anbieter Unisys plant nach den enttäuschenden Ergebnissen im dritten Quartal 2005 umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen. Wie das Unternehmen aus Blue Bell, Pennsylvania, bekannt gab, will es im Laufe des nächsten Jahres zehn Prozent der Belegschaft oder rund 3.600 Mitarbeiter entlassen. Unisys schätzt, dass im Zuge der Maßnahmen Aufwendungen von 250 bis 300 Millionen Dollar anfallen. Die jährlichen Betriebskosten würden gleichzeitig um 250 Millionen Dollar gesenkt.

CEO Joseph McGrath kündigte weiter an, dass die Company einige nicht strategische Geschäftsbereiche verkaufen will. Anschließend werde sich Unisys stärker auf wachstumsträchtige Themengebiete wie Outsourcing, Open Source/Linux, Microsoft-Lösungen und IT-Security konzentrieren. Technisch halte das Unternehmen an seinen "ClearPath"- sowie "ES7000"-Systemen fest und werde weiter in die Fortentwicklung der dazugehörigen Betriebssysteme und Anwendungen investieren, so McGrath. Unisys plane jedoch, die Kosten für Forschung und Entwicklung im Bereich Mainframe durch die Auslagerung von Aufgaben zu senken. Details dazu nannte McGrath allerdings nicht. Bereits jetzt bezieht Unisys von IBM Chips für seine Mainframes.

Der Topmanager ist zuversichtlich, dass die geplanten Maßnahmen Unisys als einen führenden Player in großen, schnell wachsenden Marktsegmenten positionieren - mit einer konkurrenzfähigen Kostenstruktur und einer hochspezialisierten Belegschaft. Sobald die Schritte Wirkung zeigen, werde die Company mindestens auf ?ranchenniveau wachsen und Rendite und Profitabilität deutlich steigern, versprach McGrath.

Im vergangenen Quartal verbuchte Unisys nach vorläufigen Berechnungen einen Verlust von 54,3 Millionen Dollar oder 16 Cent je Aktie, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 25,2 Millionen Dollar oder sieben Cent je Anteil erzielt worden war. Im aktuellen Ergebnis enthalten sind 44,2 Millionen Dollar Pensonsverpflichtungen sowie eine Abschreibung über 10,7 Millionen Dollar im Zusammenhang mit einer 2006 fälligen Anleihe. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um vier Prozent auf 1,39 Milliarden Dollar. Einige Kunden hätten ihre Mainframe-Bestellungen aufgeschoben, begründete Unisys den Rückgang. (mb)