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Nach Indianerklage: Richter schließt Webseiten des US-Innenministeriums

10.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Homepage sowie zahlreiche weitere Webseiten des US-Innenministeriums sind seit Ende vergangener Woche nicht erreichbar. Auch das interne E-Mail-System der Behörde ist bis auf weiteres still gelegt. Dies hat keine technischen Ursachen, sondern ist die Folge eines höchstrichterlichen Beschlusses: Ein Bundesrichter hatte die Behörde angewiesen, umgehend sämtliche Webseiten in ihrem Kontrollbereich vom Netz zu nehmen, sofern sie Informationen oder Links zu Treuhandfonds von amerikanischen Indianern enthalten. Die Fonds, die vom Innenministerium verwaltet werden, seien vor Hacker-Angriffen nicht ausreichend geschützt, befand der Richter in seinem Urteil. Er gab damit einer Klage gegen die Regierung statt, die rund 300.000 Indianer bereits vor einigen Jahren eingereicht hatten. Nach ihren Angaben sind aus den Fonds, die die amerikanischen

Ureinwohner für die Verluste ihrer Stammesgebiete im 19. Jahrhundert entschädigen sollen, im Laufe der Zeit mehr als zehn Milliarden Dollar verschwunden. Möglicherweise haben sich Unbefugte über das Internet Zugriff auf die Fonds verschafft und den Schaden verursacht. Hacker hatten sich im Auftrag des Gerichts mehrmals ungehindert die Rechner geknackt, auf denen die Fonds-Daten gespeichert sind. Das Ministerium bleibt nun so lange offline, bis es die Datensicherheit garantieren kann. (jw)