Nach Entlassungen ist die Motivation am Boden

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Ein Firmenzusammenschluss oder eine Umstrukturierung, bei der Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen, bringt Unruhe. Für das Management kommt es mehr denn je darauf an, den richtigen Ton zu finden, und das Vertrauen der Mitarbeiter nicht zu verlieren.

Sie werden Revitalisierungsprogramme oder „Survivor Training“ genannt. Die Rede ist von den vertrauensbildenden Maßnahmen von Unternehmen, die sich von Mitarbeitern getrennt haben und nun dabei sind, mit den Verbliebenen die Zukunft der Firma zu gestalten. „Genau wie ein Betrieb bei der Entlassung mit seinen Beschäftigten umgeht, wird er dies auch danach tun“, ist AOL-Personalchef Stephan Dahrendorf überzeugt. Man müsse die Ängste der verbliebenen Mitarbeiter ernst nehmen und eine Vertrauensbasis schaffen.

Keine teuren Hotels und externe Trainer

Für den Hamburger Manager bildet das mittlere Management die tragende Säule nach der Restrukturierung: „Die Abteilungsleiter müssen in Schwung gebracht und auf die neuen Ziele eingeschworen werden.“ Wenn dies geschehen ist, sollten sie mit den Mitarbeitern sprechen, um deren neue Rollen und Aufgaben zu formulieren. Der 39-jährige Dahrendorf, der Erfahrungen im Personal-Management von Philip Morris und beim Axel Springer Verlag gesammelt hat, kümmerte sich um die Betreuung und Schulung seiner Führungskräfte. Er machte ihnen deutlich, wie sie mit dieser schwierigen Situation nach der Entlassungswelle umzugehen haben und wie die Gespräche in den Abteilungen laufen sollten.

Dahrendorf verzichtete auf externe Trainer und teure Hotels und organisierte selbst Workshops. Darüber hinaus hat die Geschäftsführung darauf geachtet, dass die Mitarbeiter, die nach der Umstrukturierung Schlüsselpositionen erhielten, über gute kommunikative Fähigkeiten verfügen und Ruhe und Struktur ins Unternehmen bringen. „Klarheit, Offenheit und Respekt gegenüber den Mitarbeitern - das war uns das Wichtigste, was die Führungskräfte können müssen“, definiert der oberste AOL-Personaler die Richtung.

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