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Nach Datenklau: Visa entzieht Finanzdienstleister die Zahlungsabwicklung

19.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Es war der wohl größte Datenklau der Internet-Geschichte: Im vergangenen Juni wurden die Daten von rund 40 Millionen Kreditkarteninhabern gestohlen (siehe Super-GAU: 40 Millionen Kreditkartendaten gestohlen). Der am stärksten betroffene Kartenanbieter Visa beendet nun die Zusammenarbeit mit dem Finanzdienstleister Cardsystems Solutions, von dessen Server die Kundendaten abgegriffen wurden. "Cardsystems hat die Fehler nicht behoben und kann daher die Sicherheit der Kundendaten nicht garantieren", begründet Tim Murphy, Senior Vice President bei Visa, die Entscheidung. Visa habe daher beschlossen, dass Cardsystems nicht mehr als Zahlungsabwickler für das Unternehmen tätig sein solle.

Visa hat mindestens elf Banken, die mit Cardsystems zusammenarbeiten, aufgefordert, bis Ende Oktober einen neuen Dienstleister mit der Transaktionsabwicklung zu beauftragen.

Die Entscheidung bringt Cardsystems in große Schwierigkeiten, da der Finanzdienstleister mehr als die Hälfte seiner Transaktionen für Visa abwickelt. Ferner ist unklar, wie die anderen, ebenfalls betroffenen Kreditkartenanbieter, etwa Mastercard und American Express, reagieren werden. Außerdem ermittelt derzeit FBI gegen das Unternehmen. (rg)