MySQL-Zeichen stehen auf Enterprise

09.11.2006
Von Herrmann Gfaller
Neue Services, Funktionen und vor allem die OEM-Schiene sollen die Open-Source-Lösung neben ihrer Domäne als Web-Datenbank auch als Plattform für unternehmensinterne Transaktionssysteme etablieren.

Spätestens mit der im Herbst 2005 ausgelieferten Version 5.0 von MySQL wurde die Orientierung an geschäftskritischen Anwendungen zur dominanten Firmenstrategie erhoben. Schon vorher hatte der Erfolg mit der hauseigenen Cluster-Technik den Weg gewiesen. Hinzu kamen klassische und von kommerziellen Produkten längst bekannte Business-Funktionen wie Stored Procedures und Trigger sowie die Unterstützung des SQL-Standards von 2003.

Hier lesen Sie ...

  • welche Funktionen MySQL für geschäftskritische Transaktionssysteme in der Datenbank nachrüsten will;

  • wie die Anwender zu den Produktplänen stehen;

  • was die OEM-Partner zur Verbreitung von MySQL beitragen;

  • warum neckermann.de auf MySQL setzt.

Servicepaket für das Business

Nun hat MySQL auf einer Kundenveranstaltung in München seine Business-Orientierung erneut unterstrichen. Im Zentrum steht dabei, was das Unternehmen als "MySQL Enterprise" bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein kombiniertes Produkt- und Dienstleistungspaket, das je nach Anforderungen in die Varianten Basic (495 Euro pro Server im Jahr), Silber und Gold bis Platinum (3995 Euro) gestaffelt ist. Neu sind dabei vor allem die mit Beratung kombinierten Monitoring-Dienste, deren Umfang sich nach der Einstufung richtet. Beratungsleistungen gibt es nur für Gold- und Platin-Kunden.

Je nach Anforderungen der Datenbank-Applikation können sich MySQL-Anwender für eine der dafür geeigneten Engines entscheiden.
Je nach Anforderungen der Datenbank-Applikation können sich MySQL-Anwender für eine der dafür geeigneten Engines entscheiden.

Die Orientierung an Enter- prise-Belangen zeigt sich auch in den Produktplänen. So konzentriert sich die im Betatest befindliche Version 5.1 mit ihren Funktionen unter anderem für Tabellen- und Index-Partitionierung, Optimierung des XML-Handlings mit XPath und der Archive-Engine auf Business Intelligence. Das Thema Hochverfügbarkeit geht das Update über festplattengestützte Cluster à la Oracle, spaltenorientierte Replikation und Cluster-Replikation an. Verbesserte Management-Funktionen kommen beispielsweise in Form eines Task-Scheduler und eines Transaktionssupports für verteilte Systeme. In einer späteren Version soll es eine unter der Codebezeichnung "Falcon" entwickelte Transaktionsmaschine mit referentieller Integrität und voller Acid-Funktionalität geben (Acid steht für Atomicity, Consistency, Isolation und Durability).

Auf der Kundenveranstaltung signalisierten die Besucher hohen Bedarf an den Produktplänen von MySQL. Manchen Anwendern wie etwa dem Online-Shop neckermann.de kann es nicht schnell genug gehen. "Die Falcon-Transaktions-Engine mit den Acid-Eigenschaften, die erst irgendwann nach der Version 5.1 kommen soll, könnten wir schon heute etwa für Data Warehousing brauchen", meint zum Beispiel Jesus Villar-Rodrigues, Teamleiter für Backend-Web-Systeme des Versandhändlers. Er sieht MySQL längst auf Augenhöhe mit Mitbewerbern wie Oracle oder Sybase.

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