National Advanced Systems (NAS) reagiert auf IBM-Ankündigung:

MVS/SP-Funktionen in Mikrocode

15.08.1980

MÜNCHEN (je) - Für ihr 4341-Pendant 5000 N wird die National Advanced Systems (NAS) Deutschland GmbH, Frankfurt, die jetzt vom Marktführer angekündigte Betriebssystemversion MVS/SP "ohne größere Verzögerung" zur Verfügung haben, erklärte ein NAS-Sprecher. Die IBM H-Serie will der PCM-Anbieter, wie aus Industriekreisen verlautete, in Kürze mit einem konkreten Produkt-Announcement vorwegnehmen.

Die Rede ist von einer 10-MIPS-Maschine, deren weltweite Erstankündigung für September 1980 erwartet wird. NAS läge damit exakt in der Größenordnung, der auch "Iroquois" angehören soll. Iroquois ist der Codename für das vermutlich als erstes herauskommende Modell 4 der H-Serie (CW-Nr. 32 vom 8. August 1980).

Von der Tatsache, daß der Marktführer MVS nun auch auf der 4341 unterstützt, zeigt sich NAS-Deutschland-Geschäftsführer Dieter Frank unbeeindruckt: Bisher schon habe NAS das Modell 5000 N, das etwas leistungsfähiger und auch ausbaufähiger sei, zu gleichen Preisen und Vertragskonditionen angeboten wie IBM die 4341.

Hinzu aber komme, daß das Betriebssystem MVS (Ausbaustufe SE) schon längst verfügbar sei für die 5000 N. MVS/SP, das IBM ab Herbst 1981 für die 4341 anbiete, werde "traditionsgemäß" (Frank) ein halbes Jahr nach Erstellung auch im NAS-Angebot sein - in Mikrocode.

Eine hausinterne Bestandsaufnahme der NAS-Analysten - gestützt auf externe Markt- und Prognosedaten - mündete in einen "Ausblick auf die 80er Jahre". Auszug:

- Das IBM-kompatible Computermarkt-Segment wird schneller wachsen als der Gesamt-Computermarkt. Ursache ist eine wachsende "de facto IBM-Standardisierung".

- Die Preise werden sich mehr an den Produktionskosten als an der Nachfrage orientieren.

- Der Trend auf Herstellerseite, multinationale Geschäftsverbindungen einzugehen, wird zunehmen - und Amerikaner werden dazugehören.