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Musikkonzerne planen gemeinsame Download-Plattform im Internet

25.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die fünf großen Musikkonzerne BMG, EMI, Sony, Universal und Warner haben sich darauf geeinigt, ihre Titel ab Anfang Juli auf einem gemeinsamen Internet-System zum kostenpflichtigen Download anzubieten. Ein entsprechender Vorvertrag stehe kurz vor der Unterzeichnung, berichtet die "Financial Times Deutschland". Als Technologiepartner wollen die Platten-Labels mit Phononet und der Deutschen Telekom zusammenarbeiten. Bei dem geplanten System, so ein Telekom-Sprecher, sei eine Bezahlung der Musik-Downloads ähnlich wie bei Popfile.de über die Telefonrechnung möglich.

Die Einnahmen der hiesigen Tonträgerindustrie sind 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent auf 1,97 Milliarden Euro geschrumpft. Die Ursache dafür suchen die deutschen Phonoverbände allerdings weniger bei sich selbst, sondern verweisen in erster Linie auf die massenhafte Verbreitung von selbstgebrannten Musik-CDs sowie die starke Nutzung von Internet-Tauschbörsen wie Kazaa oder Edonkey. Bislang war es den Labels allerdings nicht gelungen, die von der Peer-to-Peer-Konkurrenz verursachten Umsatzverluste mit legalen, kostenpflichtigen Angeboten auszugleichen. So finden Internet-Nutzer etwa unter Popfile.de Download-Angebote von Künstlern, die bei Universal Music unter Vertrag stehen. Wer allerdings Songs von anderen Labels sucht, guckt aber (bislang) in die Röhre. (mb)