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Musikindustrie geht gegen Napster-Clones vor

26.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Kaum hat die Musikindustrie die umstrittene Online-Tauschbörse Napster vor Gericht besiegt, hat sie die Nachahmer im Visier. Wie die Recording Industry Association of America (RIAA) am vergangenen Freitag bestätigte, hat sie bisher 40 bis 50 Internet-Service-Provider (ISP) in den USA dazu aufgefordert, zum File-Sharing verwendete Server abzuschalten. "Wir glauben, dass es in den USA zwischen 80 und 90 ´Open-Nap-Server´ gibt", erklärte Jonathan Whitehead, ein Anwalt der Plattenlabels. RIAA beruft sich bei dieser Aktion auf den "Digital Millennium Copyright Act", der allen ISPs vorschreibt, den Zugang zu Kunden zu unterbinden, die Urheberrechte verletzen.

Bislang gehen die Plattenfirmen nur gegen Napster-Clones in den USA vor. Für internationale Schritte muss die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) eingeschaltet werden. Zu dem File-Sharing-Service Gnutella, bei dem anders als bei Napster kein zentraler Server eingesetzt, wird wollte sich RIAA nicht äußern,. Ein juristisches Vorgehen gegen Gnutella dürfte sich als schwierig gestalten.