Aktie der Woche

MuM: Der Chef kauft Aktien

27.07.2001
Christian Struck*

In den USA müssen Vorstände, Direktoren und Altaktionäre, bevor sie Aktien kaufen oder verkaufen wollen, dies bei der Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) anmelden. Im März führte die Deutsche Börse AG diese Regelung für am Neuen Markt notierte Unternehmen auch ein. Einziges Manko ist, dass diese so genannten Insiderkäufe beziehungsweise -verkäufe erst im Nachhinein gemeldet werden müssen.

Für Privatanleger ist das Verhalten der Insider ein guter Indikator, wie es wirklich um die betreffenden Unternehmen bestellt ist. So ist es nicht verwunderlich, dass einige "Meldepflichtige" größere Aktienpakete vor In-Kraft-Treten der Regelung im Familienkreis verschenkt haben, um spätere Deklarierungen von Verkäufen zu umgehen. Bei größeren Verkäufen sollten deshalb immer die Alarmglocken läuten undder Wert kritisch betrachtet werden!

Seit besagter Meldepflicht fallen jedoch auch einige Unternehmen auf, bei denen ein oder mehrere Insider mit schöner Regelmäßigkeit kleinere Aktienpakete kaufen. Bei MuM beispielsweise erwirbt Gründer und Vorstandschef Adi Drotleff beinahe täglich genau 1000 Aktien. Dies ist sicher ein besseres Signal, als wenn Firmen Aktien zurückkaufen, schließlich handelt es sich um Privatkapital. Bei MuM ist bisher noch die starke Abhängigkeit von Produkten des US-CAD-Spezialisten Autodesk zu bemängeln. Mit einem geschätzten 2001er KGV von 25 ist die Aktie auch noch kein Schnäppchen, allerdings könnte das KGV infolge einer möglichen Margenverbesserung sinken. Auch der Kursverlauf der Aktie sieht nach einer längeren Bodenbildung viel versprechend aus.

*Markus Lindermayr und Christian Struck sind Analysten der CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig und zuverlässig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und -auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen. Jede darüber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet.