Mehrere Live-CDs auf einem Datenträger

Multiboot-Rettungs-USB-Stick selbst gemacht

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Administratoren benötigen immer mal wieder Softwarewerkzeuge, um Systeme zu reparieren, Viren zu entfernen oder Daten zu sichern. Dann ist es mit einer fertigen Live-Distribution meist nicht getan. Mit dem Tool SARDU vereinigen Sie mehrere Rettungssysteme auf einem USB-Stick oder einer DVD.
Multiboot-Rettungs-USB-Stick selbst gemacht.
Multiboot-Rettungs-USB-Stick selbst gemacht.
Foto: L.S., Fotolia.de

Es finden sich zahlreiche fertige Rettungssysteme beziehungsweise Live-CDs auf Basis von *.iso-Dateien zum Download im Internet (siehe auch Spezielle Linux-Distributionen für die Datenrettung). Allerdings eignen sich nicht alle Rettungslösungen für sämtliche Vorkommnisse gleichermaßen. Potenziell mit Viren infizierte Systeme sollte man ohnehin mit mehreren Lösungen untersuchen. Wenn Sie jeweils nur ein Live-System pro Datenträger mit sich führen, sind Sie meist gezwungen, gleich einen ganzen Schwung Sticks oder CDs mitzunehmen, und wahrscheinlich liegt die wirklich benötigte CD dann doch wieder zurückgelassen auf dem eigenen Schreibtisch.

Mit der Freeware SARDU (Shardana Antivirus Rescue Disk Utility) können Sie über einen Assistenten schnell und einfach einen Multiboot-USB-Stick oder eine entsprechende DVD anfertigen, die mehrere Rettungs-CDs in einem Menü enthält. Das Tool ist transportabel, Sie müssen es also nicht installieren. Die notwendigen .iso-Dateien laden Sie dabei direkt mit SARDU aus dem Internet.

Live-CDs auswählen und integrieren

Hilfreich: SARDU bietet Ihnen die Integration zahlreicher gängiger Live-CDs an.
Hilfreich: SARDU bietet Ihnen die Integration zahlreicher gängiger Live-CDs an.

SARDU bietet die Integration von zahlreichen anderen Live-CDs an, zum Beispiel GParted oder Clonezilla. CDs zur Wiederherstellung von Kennwörtern können Sie auf diesem Weg ebenfalls integrieren.

Neben den Rettungs-CDs können Sie auch verschiedene Linux-Live-Systeme wie BackTrack, Fedora, Ubuntu oder andere einbinden - ganz nach eigenem Gusto. Ein paar Vorschläge hierzu finden Sie in dem Beitrag Empfehlenswerte Linux-Live-Distributionen für USB-Stick und CD.

Über die Registerkarte Windows integrieren Sie Windows-PE-CDs, die Sie vorher manuell erstellt haben und in das Multiboot-System einbinden können. Das Tool unterstützt dabei Rettungs-CDs von Windows XP, Vista und Windows 7.

Für den Notfall: Es lassen sich auch Windows-Rettungs-CDs integrieren.
Für den Notfall: Es lassen sich auch Windows-Rettungs-CDs integrieren.

Der Vorteil dieser Lösung ist, dass Sie die entsprechenden CDs direkt über den Assistenten herunterladen und auf den Stick integrieren können, ohne wissen zu müssen, wie Multiboot-Systeme auf Basis von Linux funktionieren. SARDU umfasst zahlreiche verschiedene Rettungs-CDs und kann diese zu einem Multiboot-System zusammenfassen. Dazu wählen Sie im Assistenten einfach aus der Vielzahl an Systemen diejenigen aus, die Sie benötigen.

Anschließend überträgt das Tool die Rettungssysteme auf den Stick oder erstellt eine iso-Datei. Nachdem Sie SARDU gestartet haben, wählen Sie in der Oberfläche und den verschiedenen Kategorien aus, welche Rettungssysteme Sie integrieren wollen.