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MPF: AMD zückt den Hammer

16.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Advanced Micro Devices (AMD) hat auf dem Microprocessor Forum im kalifornischen San Jose den so genannten Blueprint seines unter dem Codenamen "Hammer" bekannten kommenden 64-Bit-Prozessors vorgestellt. "Dies ist nicht einfach nur ein neuer Mikroprozessor", ist sich CTO (Chief Technology Officer) Fred Weber sicher. "Er wird eine komplette Linie von Workstation- und Serverprodukten ermöglichen" - ein Bereich, in dem AMD gegenüber Intel zurzeit kaum etwas zu bieten hat.

AMD geht beim 64-Bit-Computing einen grundsätzlich anderen Weg als Erzrivale Intel, der für den gemeinsam mit HP entwickelten Itanium eine völlig neue Architektur (IA-64) entwickelt hat. AMD hat stattdessen die x86-Architektur auf 64 Bit aufgebohrt und damit deren Speicherlimit von 4 GB überwunden. Ein 64-Bit-Chip kann theoretisch 18 Exabyte adressieren - zirka eine Milliarde Gigabyte. Vorteil des Hammer-Ansatzes: Die CPUs bleiben voll kompatibel zu existierenden 32-Bit-Anwendungen. "Sie können damit eine einheitliche Architektur bei Notebooks, Desktops, Workstations und Servern realisieren", erläutert Weber. "Sie können überall das gleiche Betriebssystem und die gleichen Treiber verwenden."

Der Hammer enthält einen Controller für DDR-Speicher (Double Data Rate) und unterstützt ECC-Hauptspeicher (Error Correcting Code). Er nutzt ferner die im Februar vorgestellte Bustechnik "Hypertransport" (Computerwoche online berichtete) und ist in Ergänzung zum "Athlon MP" für Vier- und Acht-Wege-Systeme konzipiert. Erste Hammer-Chips sollen in der zweiten Hälfte kommenden Jahres auf den Markt kommen.