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Motorola übertrifft gesenkte Erwartungen

16.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische Mobilfunk- und Halbleiterkonzern Motorola meldete überraschend für das zweiten Quartal 2003 einen Nettogewinn von 119 Millionen Dollar oder fünf Cent pro Aktie. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hat das in Schaumburg, Illinois, ansässige Unternehmen nach hohen Abschreibungen im Halbleiterbereich einen Verlust von 2,3 Milliarden oder 1,02 Dollar je Anteilschein ausgewiesen. Die aktuellen Einnahmen lagen mit 6,2 Milliarden Dollar am oberen Rand der vor gut einem Monat gesenkten Erwartungen (Computerwoche online berichtete). Gegenüber dem zweiten Quartal 2002 (6,7 Milliarden Dollar) verbuchte Motorola jedoch einen Umsatzrückgang um rund zehn Prozent. Schuld waren nach Angaben des Unternehmens die enttäuschenden Erlöse im Mobiltelefon- und Halbleitergeschäft. So sanken die

Einnahmen der Handy-Sparte im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Auch der Auftragseingang fiel um 13 Prozent. Dank Kostensenkungen kletterte jedoch der operative Gewinn des Bereichs von drei Millionen auf 91 Millionen Dollar. Motorola hatte bereits Mitte Juni vor einem schwächere Asiengeschäft aufgrund der Lungenkrankheit SARS gewarnt. Außerdem litt der Konzern unter der zunehmenden Konkurrenz auf dem chinesischen Markt. Im vergangenen Jahr hatte Motorola im Land des Lächelns 14 Prozent seiner Gesamteinnahmen erwirtschaftet.

Der Umsatz der Halbleitersparte reduzierte sich um elf Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Parallel schrumpfte aber auch der Betriebsverlust gegenüber der Vorjahresperiode von 1,3 Milliarden auf 125 Millionen Dollar. Im Bereich Mobilfunkausrüstung verbuchte Motorola einen Umsatzrückgang um 17 Prozent auf eine Milliarde Dollar, erzielte aber ein operatives Plus von 19 Millionen Dollar . Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen hier jedoch noch einen Verlust von 525 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Für das laufende Vierteljahr rechnet Motorola mit einem Gewinn von bis zu zwei Cent je Aktie, mindestens aber mit dem Erreichen der Gewinnschwelle. Der Umsatz soll zwischen 6,3 Milliarden und 6,5 Milliarden Dollar betragen. (mb)