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Motorola stark trotz Iridium-Pleite

18.01.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Für sein viertes Quartal verzeichnete Motorola einen Nettogewinn von 349 Millionen Dollar oder 56 Cent je Aktie. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Profit noch bei 159 Millionen Dollar oder 26 Cent pro Anteilschein. Bleiben die einmalige außergewöhnliche Belastung für den Iridium-Vergleich sowie außergewöhnliche Einkünfte unberücksichtigt, so beträgt der Gewinn 514 Millionen Dollar oder 82 Cent je Aktie und liegt damit um einen Cent über den Schätzungen der Wallstreet-Analysten. Der Umsatz des TK-Anbieters aus Schaumburg, Illinois, stieg um 1,8 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal 1998 beinhaltete der Umsatz von 8,34 Milliarden Dollar noch einige Geschäftsbereiche, die inzwischen verkauft wurden.

Motorola machte für die positive Bilanz vor allem die große Nachfrage nach Mobiltelefonen verantwortlich. Die Verkaufszahlen seien hier um 13 Prozent gestiegen. Der Auftragswert legte um zwölf Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar zu. Digitale Telefone machten dem Unternehmen zufolge 89 Prozent der gesamten Telefoneinnahmen aus. Im Vergleich dazu sei der Umsatz mit analogen Geräten jedoch "erheblich niedriger" ausgefallen, so Motorola. Das Kabelmodem-Geschäft wiederum weise mit über 100 000 verkauften Geräten im vierten Quartal ein erfreuliches Ergebnis auf. Die Satellite Communications Group allerdings habe erhebliche Probleme aufgrund des Iridium-Debakels. Motorola besitzt 18 Prozent an der globalen Satellitentelefon-Gesellschaft und betreibt deren 66 Satelliten umfassendes Funksystem. Iridium hatte im vergangenen August bei einem US-Gericht einen "freiwilligen" Vergleichsantrag (nach Chapter 11) angemeldet, da es Kredite in Milliardenhöhe nicht zurückzahlen

konnte (CW Infonet berichtete).