Medienberichte

Motorola prüft eigene Zerschlagung

12.11.2009
Der krisengeschüttelte US-Telekomkonzern Motorola will sich in seiner Not laut US-Medien aufspalten und die Einzelteile verkaufen.

Der gut 80 Jahre alte US-Branchenpionier prüft demnach bereits erste Angebote für den milliardenschweren Ausverkauf. Motorola wollte schon vor rund einem Jahr sein notleidendes Handygeschäft abspalten, musste aber wegen der Wirtschaftskrise die Pläne auf Eis legen.

Das Motorola Scholes a.k.a. Droid a.k.a. Milestone ist das erste Mobiltelefon mit Android 2.0.
Das Motorola Scholes a.k.a. Droid a.k.a. Milestone ist das erste Mobiltelefon mit Android 2.0.

Zum Verkauf stehe nun zunächst die profitable Netzsparte rund um TV-Empfangsboxen, berichteten das "Wall Street Journal" und die "New York Times" am Donnerstag übereinstimmend. Als Preis peile Motorola bis zu fünf Milliarden Dollar (umgerechnet drei Milliarden Euro) an.

Ein Motorola-Sprecher kommentierte die Berichte zwar nicht im Detail. Der Konzern wolle aber wie bereits früher angekündigt seine Geschäfte langfristig aufteilen, bekräftigte er.

Wegen der steilen Talfahrt bei Mobiltelefonen ist der Netzbereich inzwischen Motorolas umsatzstärkstes Geschäft. Nach einem möglichen Verkauf stehe auch die Abspaltung des Handygeschäfts wieder auf der Tagesordnung, so die Berichte. Dritte Sparte ist die Firmen-Kommunikationstechnik mit unter anderem Funkgeräten, auch sie schreibt schwarze Zahlen.

Bei der Sanierung seiner Handysparte sah Motorola zuletzt etwas Licht am Ende des Tunnels. In der Krise strich der Konzern bereits Tausende von Jobs und wechselte die Führung aus.

Als Motorolas Hoffnungsträger gelten neue mobile Geräte wie das eben auf Basis des Google-Betriebssystems Android gestartete Smartphone "Droid". Der einst zu den Branchenführern zählende US-Hersteller konnte an den Erfolg seines früheren Topmodells "Razr" nie mehr anknüpfen.

Als Käufer des Netzgeschäfts kämen Finanzinvestoren und Wettbewerber infrage, so die Zeitungen unter Berufung auf Insider. Zwei private Beteiligungsgesellschaften hätten bereits Interesse angemeldet. (dpa/tc)