Höherer Quartalsverlust

Motorola leidet weiter unter Handy-Schwäche

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Wegen seiner weiterhin schwächelnden Mobiltelefon-Sparte hat Motorola im ersten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres einen nochmals höheren Verlust erwirtschaftet.

Außerdem prognostizierte Motorola aus Schaumburg (Illinois) für das begonnene zweite Vierteljahr einen höheren Fehlbetrag als von Analysten erwartet, was die Aktie des Unternehmens im vorbörslichen US-Handel bereits um knapp vier Prozent auf 9,20 Dollar abschmieren ließ.

Als Nettoverlust für das Q1 wies Motorola 194 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie aus im Vergleich zu 181 Millionen Dollar oder acht Cent je Anteilschein im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das aktuelle Ergebnis enthält Abschreibungen in Höhe von vier Cent pro Aktie, in der Vorjahreszeit hatte Motorola einen außergewöhnlichen Zugewinn von einem Cent und Abschreibungen von elf Cent je Anteilschein verbucht. Im Januar hatte Motorola für das erste Quartal einen Pro-forma-Verlust von fünf bis sieben Cent pro Aktie avisiert.

Der Umsatz des Unternehmens ging um 21 Prozent auf 7,45 Milliarden Dollar zurück. Die von Reuters befragten Analysten hatte im Mittel Einnahmen von 7,75 Milliarden Dollar sowie einen Verlust von sieben Cent je Anteilschein erwartet. Immerhin ein kleiner Lichtblick: Die Bruttomarge stieg im Jahresvergleich von 26 auf 28,8 Prozent.

Im Laufe des Quartals lieferte Motorola nur noch 27,4 Millionen Mobiltelefone aus, 40 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Einnahmen der Handysparte fielen um 39 Prozent, der operative Fehlbetrag erhöhte sich von 233 auf 418 Millionen Dollar. Im Januar hatte Motorola bereits gewarnt, der Rückgang werde stärker ausfallen als saisontypisch. Nach einem Höhenflug mit dem ultraflachen "Razr"-Gerät war es der Firma nicht mehr gelungen, ähnlich erfolgreiche Modelle zu konzipieren.

Ende März hatte Motorola dann angekündigt, sein Handygeschäft im kommenden Jahr in ein eigenständiges und börsennotiertes Unternehmen auszugründen. Es beugte sich damit dem Druck seines umtriebigen Großinvestors Carl Icahn. Bei Motorola verbleiben würde das Geschäft mit TV-Settop-Boxen, Mobilfunkinfrastruktur, Funksystemen für Behörden und Barcode-Scannern. Der neue Konzernchef Greg Brown ist der Auffassung, dass die Teilung den Turnaround der Handysparte beflügeln wird.

Für das laufende Q2 erwartet Motorola einen Pro-forma-Verlust von zwei bis vier Cent pro Aktie. Die Wall Street ging bislang von einem Fehlbetrag von einem Cent aus. (tc)