Rettungsanker Android

Motorola greift mit Smartphones an

28.01.2010
Der krisengeschüttelte US-Telekomkonzern Motorola scheint das Gröbste hinter sich zu haben.
Motorolas neuester Android-Streich: das "Backflip".
Motorolas neuester Android-Streich: das "Backflip".

Das zweite Quartal hintereinander hat das Unternehmen, das kurz vor der Zerschlagung stand, wieder Gewinn gemacht. Den guten Lauf will die Konzernführung mit einem Frontalangriff auf Apples iPhone und Co verlängern. "Unsere ersten Android-Smartphones sind sehr gut angekommen", sagte Co-Chef Sanjay Jha am Donnerstag in Schaumburg (Illinois). Er kündigte für das laufende Jahr mindestens 20 weitere Modelle der multifunktionalen Handys an.

Im Schlussquartal verdiente Motorola dank harter Einsparungen 142 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 3,7 Milliarden Dollar angefallen war. Der Umsatz fiel angesichts der Wirtschaftskrise um ein Fünftel auf 5,7 Milliarden Dollar. Damit hat sich der Rückgang gegenüber den Vorquartalen aber abgeschwächt. "Wir haben uns gut geschlagen angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen 2009", sagte der zweite Konzernchef Greg Brown.

Im Schlussquartal konnte Motorola sein Handygeschäft allerdings noch nicht aus den roten Zahlen führen. Das Geld brachten die beiden anderen Standbeine, das Netzgeschäft und das Geschäft mit Mobilfunk-Lösungen für Unternehmenskunden. Laut Medienberichten hatte Motorola erst jüngst den Verkauf seiner Netzaktivitäten gestoppt. Die Sparte, die Empfangsboxen für das Kabelfernsehen und Zubehör für Handys herstellt, sollte demnach bis zu fünf Milliarden Dollar in die klamme Kasse bringen. Die Gebote seien jedoch zu niedrig gewesen, hieß es.

Zwischenzeitlich hatte sich Motorola auch von seinem Handygeschäft trennen wollen. In der Krise strich der Konzern bereits Tausende von Jobs und wechselte die Führung aus. Als Hoffnungsträger gelten neue mobile Geräte wie das Smartphone "Droid" mit dem von Google übernommenen Betriebssystem Android. Der einst zu den Branchenführern zählende US-Hersteller hatte an den Erfolg seines früheren Topmodells "Razr" nie mehr anknüpfen können. Auch im laufenden ersten Quartal erwartet die Konzernführung wieder ein kleines Minus. (dpa/tc)