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Motorola enttäuscht trotz vervierfachten Quartalsgewinns

20.10.2004

Der weltweit zweitgrößte Handy-Hersteller Motorola hat im dritten Quartal 2004 ungeachtet des starken Wachstums die Erwartungen der Analysten verfehlt. Wie das Unternehmen aus Schaumburg. Illinois, mitteilte, stieg der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 116 Millionen auf 479 Millionen Dollar oder 20 Cent je Aktie. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 8,62 Milliarden Dollar, lag damit aber leicht unter den Markterwartungen. Getrieben wurde das Wachstum durch die Erlöse der Handy-Division, die um 34 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar stiegen. Nach eigenen Angaben hat Motorola im Berichtszeitraum 23,3 Millionen Mobiltelefone verkauft, das entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Analysten bekrittelten allerdings, dass Samsung lediglich 500.000 Geräte gefehlt hätten, um Motorola von seiner Position als zweitgrößter Handy-Hersteller zu verdrängen. Der Konkurrent aus Südkorea setzte nach eigenen Angaben im Berichtszeitraum 22,7 Millionen Mobiltelefone ab (Computerwoche online berichtete).

In Motorolas inzwischen an die Börse gebrachter Halbleitersparte stieg der Umsatz um 17 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Der Bereich Global Telecom Solutions wuchs im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Das Segment Commercial, Government and Industrial Solutions verbesserte seine Einnahmen um zwölf Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Im Bereich Integrated Electronic Systems legten die Erlöse um 22 Prozent auf 683 Millionen Dollar zu und die Sparte Broadband Communications verbuchte ein Umsatzplus von 31 Prozent auf 589 Millionen Dollar.

Motorola habe nun bereits das dritte Quartal in Folge die von Anlegern geforderte Leistung gezeigt, erklärte der seit Januar amtierende Konzernchef Ed Zander in einer Stellungnahme. Die weiteren Aussichten für sein Unternehmen bezeichnete Zander als sehr gut. Er sei optimistisch, dass Motorola die Ergebnisse im vierten Quartal weiter verbessern könne und Anteile im Handy-Markt hinzugewinnen werde. Das Unternehmen rechnet im laufenden Dreimonatszeitraum mit Einnahmen zwischen 9,3 und 9,6 Milliarden Dollar, das entspricht einem Wachstum um 16 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Nettogewinn je Aktie wird voraussichtlich bei 23 bis 26 Cent liegen - nach einem Plus von 20 Cent je Aktie im Schlussquartal 2003. (mb)