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Motorola enttäuscht die Wallstreet

18.10.2006
Die Geschäfte in der Handy-Sparte liefen gut, doch eine schwache Nachfrage nach TK-Ausrüstung belastete den Konzern.

Motorola, der zweitgrößte Handyanbieter der Welt nach Nokia, hat die Wallstreet mit seiner Umsatzentwicklung im dritten Quartal 2006 enttäuscht. Die Aktien des US-Konzerns fielen nachbörslich um acht Prozent auf 22,85 Dollar. Motorola verdiente von Juli bis September 968 Millionen Dollar und damit 44,7 Prozent weniger als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Gewinn je Aktie stürzte von 69 auf 39 Cent ab. Der Quartalsumsatz stieg zwar um 17 Prozent auf den Rekordstand von 10,6 Milliarden Dollar, doch hatten Analysten mit Einnahmen von mehr als elf Milliarden Dollar gerechnet. Der Neunmonats-Umsatz erhöhte sich von 25,2 Milliarden auf 31,1 (25,2) Milliarden Dollar, der Profit schrumpfte um zwölf Prozent auf drei Milliarden Dollar.

Motorola-Chef Ed Zander konzedierte, dass der Umsatz im dritten Quartal etwas hinter der eigenen Prognose zurückgeblieben sei. Er verwies auf die geringeren Umsätze mit Infrastrukturprodukten in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (Emea). Dies sei auf Verschiebungen von Investitionsvorhaben zurückzuführen. Der Umsatz der Netzwerk- und Unternehmenssparte stagnierte mit 2,8 Milliarden Dollar, und ihr operativer Gewinn fiel deutlich von 465 Millionen auf 378 Millionen Dollar. Zander zeigte sich aber mit der Gewinnentwicklung zufrieden. Der Konzern lieferte im Juli-September-Abschnitt insgesamt 53,7 Millionen Handys aus, 39 Prozent mehr als im dritten Quartal 2005. Der globale Marktanteil stieg um knapp vier Prozent auf 22,4 Prozent. Die Handy-Einnahmen erhöhten sich um 26 Prozent auf sieben Milliarden Dollar, und der operative Gewinn dieses Geschäftsbereichs wuchs auf 819 Millionen Dollar. Motorola erwartet für das vierte Quartal einen Gesamtumsatz von 11,8 Milliarden bis 12,1 Milliarden Dollar, was auf eine Steigerung von 18 bis 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinauslaufen würde. (dpa/ajf)