MWC

Motorola arbeitet eifrig am Comeback

17.02.2010
Der US-amerikanische Handyhersteller Motorola arbeitet fieberhaft an seinem Comeback.
Sein neuestes Android-Telefon "Quench" präsentierte Motorola beim MWC in Barcelona.
Sein neuestes Android-Telefon "Quench" präsentierte Motorola beim MWC in Barcelona.

"Unsere Innovationskraft war nie weg", betonte Deutschland-Chef Ralf Gerbershagen auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Im vergangenen Jahr waren Motorola massiv Marktanteile weggebrochen. Nachdem das Handygeschäft von Motorola schon fast totgesagt wurde, brachten die Amerikaner mit Erfolg das Android-Smartphone "Droid" heraus, das in Deutschland unter dem Namen "Milestone" vermarktet wird.

"Der Grund, warum wir in so ein Loch gefallen sind, war dass wir uns mit den Plattformen verzettelt haben", erklärte Gerbershagen. Mittlerweile beschränkt sich der Handyhersteller auf zwei Betriebssysteme für Handys. Der Schwerpunkt liegt auf der Google-Software Android, als zweite Plattform stützt sich Motorola noch auf die Mobilversion von Microsofts Windows. "Bei Android waren wir früh dran und sind damit gut aufgestellt", sagte Gerbershagen. Auf die Plattform spielt Motorola seine eigene Software auf, die zum Beispiel Daten aus verschiedenen Online-Netzwerken verarbeitet und speichert.

Motorola hatte in den vergangenen zwei Jahren große Probleme, weil auf das einstige Erfolgsmodell "Razr" keine populären Geräte folgten. Rote Zahlen und die jüngst angekündigten Pläne zur Aufspaltung waren die Folge. Dass Motorola nach dem Milestone/Droid wieder einbrechen wird, glaubt Gerbershagen nicht. "Razr und Droid kann man nicht vergleichen."

Derzeit hat Motorola acht Smartphones auf dem Markt. "In den nächsten Monaten werden aber noch 20 Android-Smartphones dazukommen." Mitte des Jahres wolle Motorola dann einen "völlig neuen Formfaktor" vorstellen. Wie dieses Gerät aussehen soll, wollte Gerbershagen noch nicht sagen.

Außerdem denke Motorola über ein Tablet nach. Der Handyhersteller wolle sich wieder mit einer großen Bandbreite an Geräten am Markt positionieren. "Motorola war immer ein Global Player, kein Nischenanbieter. Wir wollen uns wieder ein Stück vom Kuchen erarbeiten.»

Die jüngst angekündigte Aufspaltung des Konzerns hält Gerbershagen für die "beste Lösung". Motorola will das Geschäft mit Unterhaltungselektronik von den Produkten und Dienstleistungen für Geschäftskunden wie Barcode-Scanner und Funketiketten-Lesegeräte oder Netztechnik trennen. Die Handy-Netztechnik könnte auch direkt verkauft werden.

Den Erlös kann Motorola gut gebrauchen. Der Jahresumsatz war im Krisenjahr 2009 um rund ein Viertel auf 22 Milliarden Dollar gefallen, der Verlust lag bei 51 Millionen Dollar. Im Jahr davor hatte der Konzern sogar 4,2 Milliarden Dollar verloren. (dpa/tc)