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Morgan Stanley: Folgeschäden der geplatzten Dotcom-Blase sind noch nicht beseitigt

14.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Stephen Roach, Chefökonom von Morgan Stanley, erwartet keine rasche Erholung der US- und Weltwirtschaft und keinen größeren Anstieg der IT-Investitionen. Die Folgeschäden durch das Platzen der Dotcom-Blase werden noch einige Jahre sichtbar sein, erklärte der Keynote-Sprecher auf der Invensys PLC Symposium Konferenz in Las Vegas. Grund dafür sei, dass die Unternehmen während des Internet-Booms zuviel in ihre IT investiert hätten - in der Hoffnung, wegen ihres E-Business-Engagements von der Nasdaq belohnt zu werden. Anschließend sei jedoch das Gegenteil der Fall, die Kurse seien eingebrochen.

Neben einem möglichen Krieg gegen den Irak sieht der Managing Director der Investment-Bank noch einige weitere Gefahren für eine Konjunkturerholung in nächster Zeit, etwa das Platzen der Immobilienblase in den USA. Die Gebäudewerte sind in den vergangenen fünf Jahren um 27 Prozent gestiegen und damit viel zu hoch bewertet, erläuterte Roach. Der Chefökonom schätzt, dass die Weltwirtschaft in den nächsten Jahren weiter schwächelt. Lediglich die Art der Sparmaßnahmen werde sich ändern, so der Managing Director der Investment-Bank: Anstatt weiterhin die Kapitalausgaben zu kürzen, versuchten die Firmen nun, den Wasserkopf in der Verwaltung abzubauen. (mb)