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Monti sagt Diskriminierung im Ortsnetz den Kampf an

09.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will bei seinem Kampf um die Entbündelung der Teilnehmeranschlussleitungen neue Geschütze auffahren. Er kündigte an, in naher Zukunft neben Zugangsrechten und Preisgestaltung auch den Diskriminierungsaspekt zu betrachten. Er forderte Internet-Service-Provider (ISP) daher auf, Behinderungsversuche beim Zugang zur "letzten Meile" durch die führenden TK-Konzerne zu melden.

Monti erklärte, dass seine Behörde in diesem Zusammenhang inzwischen zahlreiche Beschwerden erhalten habe. Gleichzeitig werden aktuell zwei Fälle untersucht: So ermitteln die Wettbewerbshüter seit Mai gegen die Deutsche Telekom wegen des Verdachts, der Bonner Carrier habe wettbewerbswidrige Preise für den Zugang zum Ortsnetz erhoben (Computerwoche online berichtete). Der französische ISP Wanadoo wird beschuldigt, der Konkurrenz mit Dumping-Preisen das Leben schwer zu machen. Außerdem hat die EU-Kommission ein Verfahren gegen Deutschland und vier weiteren Mitgliedsstaaten eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, der EU-Verordnung zur Öffnung der "letzten Meile" bislang nur unzureichend nachgekommen zu sein (Computerwoche online berichtete). Die aktuelle Situation bezeichnete Monti als nicht akzeptabel: In der EU gibt es weniger als 900.000 entbündelte Teilnehmeranschlüsse, viele Länder sind seiner Meinung nach noch nicht über das Experimentierstadium hinaus. (mb)