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Moleküle lernen rechnen

13.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wissenschaftlern der Universität von Arizona soll ein theoretischer Durchbruch in der Transistortechnologie gelungen sein. Laut einem Bericht des Magazins "Wired" sei man dort dem Ziel näher gekommen, Transistoren aus einzelnen Molekülen zu entwickeln. Bislang konnten derartige Gebilde nur bei Temperaturen nahe des absoluten Nullpunkts eingesetzt werden. Inzwischen sei es jedoch möglich, die Nanorechner auch bei Zimmertemperatur zu betreiben. Vor kurzen hatte das Magazin "Nature" von einem ähnlichen Erfolg kanadischer Forscher berichtet.

Das Konzept der Wissenschaftler aus Arizona, ein ringförmiges Molekül an verschiedenen Stellen unter Strom zu setzen, existiert bislang nur auf dem Papier. Forscher aus Madrid wollen jedoch das Verfahren im Labor nachstellen und überprüfen. Wer auf einen briefmarkengroßen Computer wartet, muss sich indes noch einige Jahre gedulden. Allerdings ist bereits der technische Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte überaus eindrucksvoll: Hätte ein Nachkriegstransistor die Ausmaße der USA gehabt, rechnete "Wired" vor, wären heutige Transistoren nur noch so groß wie eine Badewanne. (ajf)