Modell 320 wird rund 8000 Mark kosten Big Blue stockt Angebot um zwei Pentium-PC-Server auf

17.03.1995

SAN MATEO (IDG) - Am 9. Maerz 1995 hat IBM den Vorhang fuer die zwei neuen Server-PCs "320" und "720" gelueftet. Beide koennen mit mehreren Prozessoren ausgestattet werden: Das Einstiegsmodell 320 mit zwei und der Server 720 gar mit sechs Pentium-CPUs. Die Preise standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest, doch gehen Marktbeobachter zumindest beim 320 von einem Grundwert von rund 4800 Dollar (umgerechnet etwa 8000 Mark) aus.

"PC-Server und vor allem Multiprozessor-Systeme werden sich in diesem Jahr um 30 Prozent besser verkaufen. AST, Dell, Compaq und IBM wollen sich davon natuerlich einen moeglichst grossen Anteil sichern", meint Peter Burris vom Marktforschungsinstitut International Data Corp. (IDC).

In IBMs Server-Angebot steht am unteren Ende der PC-Server 320, der eine oder zwei Pentium-CPUs mit einer Taktrate von 90 Megahertz enthalten kann. Auf Wunsch werden die Systeme mit SCSI- RAID-Adapter zum Schutz der Daten ausgeliefert. Dann koennen auf den neun internen Festplatten allerdings nur maximal 18 GB Daten gespeichert werden, waehrend in der Grundausstattung die Gesamtkapazitaet bis zu 27 GB betragen kann. Netzkarten oder andere Erweiterungen koennen sowohl ueber den PCI-Local-Bus als auch ueber EISA- oder ISA-Schnittstellen mit dem Rechner verbunden werden. Der Arbeitsspeicher fasst ab Werk 16 MB Daten und kann bis auf 256 MB ausgebaut werden. Ein CD-ROM-Laufwerk ist eingebaut, ausserdem wird eine CD mit der "Netfinity"-Software von IBM mitgeliefert. Netfinity unterstuetzt Systemadministration unter DOS, OS/2, Windows und Netware. Standard-Betriebssystem wird OS/2 sein.

Wer mehr Leistung und Ausbaumoeglichkeiten sucht, muss auf IBMs PC- Server 720 zurueckgreifen, der mit sechs Pentium-Prozessoren mit einer Taktrate von 100 Megahertz bestueckt werden kann. Intern lassen sich 22 Festplatten mit einer Gesamtkapazitaet von 40,5 GB unterbringen. Dazu kommen mindestens 32 MB Arbeitsspeicher und ein IBM-eigenes Bus-System, das dreimal mehr leistet als der parallel laufende PCI- und Microchannel-Datenpfad. IBM lieferte bisher keine Begruendung fuer das Festhalten an der wenig populaeren Microchannel Architecture (MCA), von der man sich laut Branchenkennern gegen Ende vergangenen Jahres verabschieden wollte.

Fuer Multiprozessor-Rechner braucht es allerdings auch das entsprechende Betriebssystem, doch selbst da hat der Anwender inzwischen die Wahl unter Windows NT Advanced Server und OS/2 SMP. OS/2 Warp SMP soll bis Mitte des Jahres folgen.