CeBIT

Mobilfunkprovider zünden den LTE-Turbo

02.03.2011
Der Daten-Turbo LTE könnte deutsche Großstädte früher als erwartet erreichen. Auf der CeBIT machen vor allem die Wettbewerber der Deutschen Telekom Tempo.
Erster LTE-Sendemast der Telekom in Kyritz, Brandenburg
Erster LTE-Sendemast der Telekom in Kyritz, Brandenburg
Foto: Telekom AG

Die nächste Mobilfunkgeneration LTE wird noch in diesem Jahr in einzelnen deutschen Großstädten live gehen, obwohl noch nicht alle "weißen Flecken" in der Provinz mit breitbandigen Internet-Anschlüssen versorgt sind. Auf der Computer- und Telekommunikationsmesse CeBIT in Hannover lieferten sich die Mobilfunkprovider ein Rennen um die frühesten Starttermine für den LTE-Regelbetrieb in den umsatzträchtigen Metropolen.

Bei der Vergabe der LTE-Lizenzen hatte die Bundesnetzagentur den Providern die Auflage gemacht, beim Ausbau der Funkzellen im besonders reichweiten-starken Frequenzspektrum von 800 MHz zunächst die ländlichen Regionen zu versorgen, die bislang überhaupt keinen schnellen Anschluss an das Netz der Netze haben. Ziel der Regulierung ist es, auch dort einen Versorgungsgrad von mindestens 90 Prozent der Bevölkerung zu erreichen. In der Fläche gibt es jedoch noch viele "weiße Flecken", die bislang nicht versorgt sind. Das hindert die Provider allerdings nicht daran, den LTE-Netzausbau auch in den Großstädten voranzutreiben.

Vodafone kündigte auf der CeBIT an, das Netz noch in diesem Jahr in den deutschen Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen zu starten. O2 Telefónica Deutschland will am 1. Juli in einzelnen Großstädten den LTE-Betrieb aufnehmen. Und die Deutsche Telekom startet ihr LTE- Netz im "Frühsommer" im Großraum Köln, fokussiert sich dabei allerdings auf die höheren Frequenzen im Bereich 1,8 GHz und 2,6 GHz, die nicht der "Weiße-Flecken"-Regulierung unterliegen.

Die Fritz!Box von AVM wurde zur CeBIT auch in einer LTE-Ausführung präsentiert.
Die Fritz!Box von AVM wurde zur CeBIT auch in einer LTE-Ausführung präsentiert.
Foto: AVM

Die Unternehmen können sich beim Ausbau der besonders attraktiven 800-MHz-Netze auf das Kleingedruckte in einem Beschluss der Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur vom 21. Oktober 2009 berufen. Dort steht dieser wichtige Satz: "Der Versorgungsgrad bezieht sich auf die gesamte Bevölkerung aller benannten Städte und Gemeinden je Bundesland." Deshalb können die Provider zumindest in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen schon bald loslegen, weil es dort quasi keine "weiße Flecken" gibt. Danach ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen im Visier der Provider, während Flächenstaaten wie Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen oder die ostdeutschen Bundesländer unter Umständen noch länger auf den LTE-Start warten müssen.

Mit LTE (Long Term Evolution) sind theoretisch Download- Geschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich. In der Realität wird sich diese Geschwindigkeit für die Anwender jedoch bei Werten deutlich unter zehn Megabit pro Sekunde einpendeln. Die Deutsche Telekom versprach ihren LTE-Kunden auf der CeBIT eine Geschwindigkeit von drei Mbps. "Die Leute werden sich nämlich nicht alleine in einer Funkzelle befinden, sondern die Kapazität mit anderen teilen müssen", sagte ein Kundenberater auf dem Telekom-Stand in Hannover.

Die Technik zur Nutzung des LTE-Netzes kommt zunächst von asiatischen Herstellern wie Huawei und Samsung. Sie liefern beispielsweise stationäre Empfangsstationen, die eine LTE- Internetverbindung per WLAN im Haus verteilen. Außerdem bieten sie USB-Sticks an, die LTE auf den Laptop bringen. Auf der CeBIT kündigte auch der Berliner Telekommunikationspezialist AVM eine Variante seiner populären Fritzbox für die Breitbandtechnologie LTE an. Sie soll in der zweiten Jahreshälfte 2011 auf den Markt kommen. (dpa/tc)