TeliaSonera und Telenor

Mobilfunkfusion in Dänemark nach Gegenwind aus Brüssel abgesagt

14.09.2015
Europäische Telekom-Konzerne fordern schon länger, ihnen mehr Fusionen in einzelnen Ländern zu erlauben. In Dänemark blieb die EU-Kommission hart, ein geplanter Deal wurde abgeblasen.

Die EU-Kommission sendet der europäischen Telekom-Branche ein Signal, dass sie ihre Anforderungen in der Wettbewerbsaufsicht nicht lockern wird. Die skandinavischen Anbieter TeliaSonera und Telenor sagten die geplante Fusion ihrer Geschäfte in Dänemark nach Gegenwind aus Brüssel ab. Man habe sich mit der Kommission nicht auf "akzeptable Bedingungen" einigen können, teilten die Unternehmen am Freitag mit.

Schild der EU-Kommission am Berlaymont-Gebäude in Brüssel
Schild der EU-Kommission am Berlaymont-Gebäude in Brüssel
Foto: EU

Die beiden Anbieter sind die Nummern zwei und drei im dänischen Mobilfunk-Markt und hätten zusammen etwa 40 Prozent des Marktes kontrolliert. Damit wären sie in etwa so groß wie der Marktführer TDC Mobile.

Nach der Ankündigung der Fusion im Dezember hatte die Kommission im April eine vertiefte Prüfung eingeleitet. Die Unternehmen hatten in zwei Runden Zugeständnisse gemacht, um den Deal noch zu retten.

"Was die Parteien angeboten haben, reichte nicht aus, um einen Schaden für den Wettbewerb auf dem dänischen Mobilfunkmarkt zu vermeiden", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Für einen "maßgeblichen Wettbewerb" wäre die Existenz eines vierten Netzbetreibers notwendig gewesen.

Die Dänin Margrethe Vestager ist in der EU-Kommission für Wettbewerb zuständig.
Die Dänin Margrethe Vestager ist in der EU-Kommission für Wettbewerb zuständig.
Foto: EU

Aus der europäische Mobilfunk-Industrie gibt es schon seit einiger Zeit Druck auf die Kommission, mit Blick auf einen gesamteuropäischen Markt mehr Fusionen in einzelnen Ländern zuzulassen. In Europa gebe es zu viele kleine Anbieter, das schwäche die wettbewerbsfähigkeit der Branche insgesamt, lautet das Argument. Die Branche sieht das als eine Schlüsselfrage, das die Erlöse durch sinkende Einnahmen aus der Sprachtelefonie unter Druck stehen, Milliarden-Investitionen in den Netzausbau nötig sind und ihr Internet-Konzerne mit Kommunikationsdiensten Konkurrenz machen.

Vestager betonte, das bei jedem einzelnen Fall die jeweiligen Umstände geprüft werden müssten. Der Wettbewerb in den Märkten müsse erhalten bleiben. Die Kommission hatte sich bei ihrer Prüfung bereits besorgt gezeigt, dass die Fusion durch eine Verminderung des Wettbewerbs zu höheren Preisen, schlechterer Netzqualität und weniger Innovation führen könne. Der Fall war mit zusätzlichem Interesse beobachtet worden, da Vestager selbst aus Dänemark kommt.

Die Kommission hatte bereits demonstriert, dass sie nicht immer auf vier Netzbetreibern in einem Land besteht. In Deutschland war das Zusammengehen der Nummern drei und vier, E-Plus und Telefónica Deutschland mit der Marke O2, zum neuen Marktführer nach Kundenzahl durchgewunken worden. Aktuell werdeb in Großbritannien und in Italien Deals angestrebt, mit denen die Zahl der Netzbetreiber von vier auf drei sinken soll. (dpa/tc)