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Mobilfunkanbieter gehen in eine harte Woche

16.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mehrere Mobilfunkanbieter müssen in dieser Woche ihre Bilanz der vergangenen Monate ziehen: Motorola gibt noch am heutigen Dienstag die Ergebnisse für das zweiten Geschäftsquartal bekannt, später folgen Nokia (Donnerstag) und Ericsson (Freitag). Positive Überraschungen erwartet niemand, auch klare Anzeichen für die lang erhoffte Erholung der Nachfrage wird keine der drei Companies liefern können. So meldete Nokia bereits im Juni, dass die Einnahmen bei Handys und Mobilfunk-Infrastruktur im zweiten Quartal unter Plan liegen, während Motorolas Infrastruktur-Sparte nach Meinung von Experten aufgrund der anhaltenden Krise bei den Telcos in den letzten drei Monaten ebenfalls einen schweren Stand hatte. Investoren des defizitären Mobilfunkausrüsters Ericsson wiederum haben am Freitag gleich doppelt Grund, die Zahlen im

Auftragsbuch zu studieren: Die Schweden wollen Ende August neue Aktien im Gesamtwert von 3,25 Milliarden Euro ausgeben. Seit der Bekanntgabe der geplanten Kapitalerhöhung im April ist der Marktwert des Unternehmens jedoch um 16 Milliarden Dollar eingebrochen. Ericsson hat nur dann Chancen, mit dem Aktienangebot das Steuer herumzureißen, wenn der Auftragseingang gegenüber dem vorangegangenen ersten Quartal gestiegen ist.

Aufgrund der aktuellen TK-Krise werden die Anleger jedoch wahrscheinlich nur wenig Beruhigendes in den Büchern finden. "Die Mobilfunk-Unternehmen richten sich derzeit bei ihren Investitionen nach den Wünschen der Anleger," erklärte ein Analyst von J.P.Morgan dem "Wallstreet Journal". Angesichts der immensen Schuldenberge bei der Deutschen Telekom, France Télécom und anderen TK-Konzernen bedeutet dies: Sparen, sparen, sparen. (mb)