Mobilfunk: Minutenpreis fällt unter zehn Cent

28.08.2007
Es geht immer noch ein bisschen billiger, wenn man nur will – und muss. Lidl kommt knapp zwei Jahre nach Aldi mit einer eigenen Billigmarke auf den Mobilfunkmarkt. Die Minute kostet 9,9 Cent.

Der Discounter Lidl steigt nach Informationen aus Branchenkreisen ins Mobilfunkgeschäft ein. Von kommendem Montag an werde Lidl einen Handy-Tarif mit einem Minutenpreis von 9,9 Cent für Anrufe in alle Netze anbieten, hieß es in den Kreisen, die damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung vom Dienstag bestätigten. Partner sei die Billigmarke Fonic, die der Mobilfunk-Anbieter O2 diese Woche auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin starten will. Lidl folgt damit seinem Rivalen Aldi, der bereits seit Dezember 2005 Mobilfunkverträge vertreibt.

Der Einstieg von Lidl war lange erwartet worden, da neben Aldi auch Rewe und Plus Handy-Verträge anbieten. Frühere Gespräche mit den Netzbetreibern waren allerdings gescheitert - die Unternehmen wollten der Einzelhandelskette keinen Minutenpreis von unter zehn Cent gewähren. Sie befürchteten Verluste, da alleine schon für Gespräche in das Mobilfunknetz rund neun Cent an Kosten anfallen.

Erst ein Strategiewechsel bei O2, dem nach Kundenzahl kleinsten Mobilfunk-Anbieter in Deutschland, habe die Tür für eine Kooperation mit Lidl geöffnet, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Der spanische Mutterkonzern Telefónica hatte seiner deutschen Tochter nach einem Gewinnrückgang in den vergangenen Quartalen einen massiven Sparkurs verordnet, der langjährige Deutschland-Chef Rudolf Gröger musste gehen. Gröger hatte O2 zu einer Qualitätsmarke gemacht, die sich vor allem auf umsatzstarke Kunden fokussierte.

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