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Mobilfunk-Branche: Preisdruck hält an - einfachere Strukturen nötig

24.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Mobilfunkbranche sieht in den kommenden Jahren bei einer deutlichen Ausweitung der Anwendungsmöglichkeiten einen anhaltenden Preisdruck. Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre werde sich die Kommunikation zunehmend vom Festnetz hin zum Mobilfunk verlagern, sagte der Gründer und Geschäftsführer des Mobilfunk-Billiganbieters Simyo, Rolf Hansen, am Montag auf der Computermesse Systems in München. "Damit wir dahin kommen, müssen die bisherigen Dienste einfacher und günstiger werden."

Auch der Chef des taiwanischen Handy-Herstellers BenQ Mobile, Clemens Joos, sprach sich für einfachere Geschäfts- und Preismodelle aus, um für mehr Akzeptanz bei den Endkunden zu sorgen. BenQ hatte in diesem Jahr die Handysparte von Siemens übernommen. Während die Preisstrukturen bei heute üblichen Handy-Diensten wie SMS oder MMS noch relativ klar seien, stellten neue digitale Angebote Handyhersteller und Netzbetreiber vor große Herausforderungen, sagte Joos. "Wir müssen als Branchenteilnehmer in einen wesentlich intensiveren Dialog einsteigen." Es müsse klar sein, wer die Angebote subventioniere und wer daran wie viel verdiene. "Da ist eine partnerschaftliche Reife nötig, die heute noch fehlt."

Vor allem mit den Anbietern multimedialer Inhalte wie Video-, Musik- oder TV-Diensten für das Handy sei eine Abstimmung über die neuen Geschäftsmodelle nötig. Experten gehen davon aus, dass die Branche zunehmend Paket-Angebote wie beispielsweise Flatrates für Sprach- und Mediendienste entwickeln wird. /dpa/tc)