Von wegen Manager-Spielzeug

Mobile Geräte und Apps definieren BI neu

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nach Smartphones und Tablets kommen nun auch die dazu passenden Anwendungen in die Unternehmen, etwa aus dem BI-Bereich. Unterstützt von Reports, Dashboards und grafischen Darstellungen erhalten die Entscheider auch unterwegs klare Einsichten in betriebswirtschaftliche Zusammenhänge.
Das iPhone bahnte den Weg, aber erst mit dem iPad wurden Geschäftsprozesse im großen Stil mobilisiert.
Das iPhone bahnte den Weg, aber erst mit dem iPad wurden Geschäftsprozesse im großen Stil mobilisiert.
Foto: Twelve South

Der Trend zur Mobilität und die damit einhergehenden Apps und Web-Services stellten die Welt der Business Intelligence allmählich auf den Kopf: War Business Intelligence als Summe der möglichen Auswertungen aus ERP-Systemen in der Vergangenheit für Startups sowie kleine und mittlere Unternehmen zu aufwändig, hat sich nun eine "Grassroots"-Bewegung entwickelt, die junge und kleine Unternehmen – oder auch Nutzer von Tablets in Konzernabteilungen - mit neuen und kostengünstigen Lösungen zur Business Intelligence versorgt.

Als einer der ersten hat IDC-Analyst Dinesh Srirangpatna diese Entwicklung im September 2012 in einem Blog beschrieben. Er spricht davon, dass sich die "Legacy-IT", also die uns bekannte Server-und-PC-Landschaft hin zu einer "hybriden IT" wandelt. Diese hybride IT setzt nach wie vor auf den PC, viel wichtiger aber noch sind die mobilen Plattformen mit Smartphone und Tablet-Computer. "Visionäre Unternehmen der nächsten Generation planen ihre IT bereits heute ausschließlich bestehend aus mobilen Geräten", so Srirangpatna. "Junge Unternehmen setzen auf mobile Apps, um ihr Geschäft zu transformieren und investieren nicht unerheblich in sie."

Die Kollegen von Forrester stimmen zu. Ihnen zufolge planten bereits vor knapp zwei Jahren zwischen einem Viertel und einem Drittel aller Unternehmensverantwortlichen den Einsatz von Business Intelligence auf iPad und iPhone. Bildschirmgröße und Touchscreen-Steuerung seien wie geschaffen für mobile Geschäftsanalysen, so die Erklärung von Forrester. Es entstehe ein neues "Überall-BI" auf Basis von Echtzeit-Daten. Die Folge seien verbesserte Kunden- und Partnerbindungen, schnellere Reaktionsmöglichkeiten und ein nicht zu unterschätzender "Coolness-Faktor", vor allem, wenn die Lösungen auf den Geräten in der Kommunikation mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern zum Einsatz kommen. Forrester rät Unternehmen entsprechend, nicht mehr länger zu zögern und sich an die Umsetzung zu machen.

Der Roambi Visualizer erlaubt es, die Informationen komplexer Tabellen optisch ansprechend und klarer verständlich darzustellen - auch auf dem iPad.
Der Roambi Visualizer erlaubt es, die Informationen komplexer Tabellen optisch ansprechend und klarer verständlich darzustellen - auch auf dem iPad.
Foto: MeLLmo

Geeignete Anwendungen gibt es genug. Der US-amerikanische BI-Experte Doug Lautzenheiser hat eine vielbeachtete Liste mit von ihm getesteten neuen und schlanken BI-Lösungen für iPad und Co veröffentlicht. Seiner Erfahrung nach können QlikView for iPad HD, das Open-Source-Tool BIRT Mobile Viewer, Targit iTop sowie der Roambi Visualizer empfohlen werden. Es gebe aber auch sehr spezialisierte Angebote wie das für Kreditinstitute von Leapfactor.