ERP für unterwegs

Mobile Device und Application Management

07.06.2012
Von Matthias  Hill
Avanade zeigt, wie sich der Markt für Smartphones, Tablets und co. entwickelt und wie Unternehmen mobile Anwendungen für Geschäftszwecke erfolgreich nutzen können.
Wer mobil auf Geschäftsanwendungen zugreifen kann, sichert sich einen Wettbewerbsvorsprung.
Wer mobil auf Geschäftsanwendungen zugreifen kann, sichert sich einen Wettbewerbsvorsprung.

Der Markt mit mobilen Endgeräten und Anwendungsprogrammen boomt und es ist noch lange kein Ende in Sicht. Das belegen zahlreiche Studien namhafter Analystenhäuser. So geht IDC davon aus, dass in den kommenden 18 Monaten weltweit mehr mobile Endgeräte, darunter Smartphones und Tablets, ausgeliefert werden als konventionelle PCs . Das Unternehmen IHS prognostiziert darüber hinaus, dass der Absatz von rund 20 Millionen Tablet-PCs im Jahr 2010 auf 242 Millionen Geräte bis zum Jahr 2015 steigt . Möglicherweise ist die post-PC-Phase bereits eingeläutet.

Die aktuellen Trends von Gartner zeigen, dass der Einsatz von mobilen Applikationen (Apps) nicht nur auf private Anwendungen beschränkt ist: So wollen weltweit neun von zehn Unternehmen ihren Mitarbeitern bis zum Jahr 2014 mobile Endgeräte für die Nutzung von Geschäftsanwendungen zur Verfügung stellen . Neben der heute im Business-Alltag üblichen Nutzung von Smartphones und Tablets für horizontale Anwendungen, etwa um E-Mails zu beantworten und Termine zu koordinieren, bieten die ständigen Wegbegleiter aber weitaus mehr Potenzial: Mit ihnen lassen sich betriebliche Abläufe effizienter und schneller gestalten und geschäftsrelevante Entscheidung können unabhängig von Zeit und Ort getroffen werden. Außendienstmitarbeiter im Vertrieb haben stets Zugriff auf aktuelle Daten aber auch das Management wichtiger Geschäftsprozesse kann von unterwegs erfolgen. Kurz gesagt: mobile Endgeräte können alle wichtigen Bereiche entlang der Supply Chain sinnvoll begleiten. Vertikale Business-Anwendungen wie etwa M-SCM (Mobile Supply Chain Management), M-CRM (Mobile Customer Relationship Management), M-FFA (Mobile Field Force Automation) und M-ERP (Mobile Enterprise Resource Planning) entfalten bislang ungenütztes Potential.

ERP-Apps im Kommen

Um die Warenwirtschaftskette ständig im Blick zu behalten, bietet sich der Einsatz mobiler ERP-Lösungen an. Geht es beispielsweise um Freigabeprozesse - etwa bei der Bestellung von Waren und Rohstoffen - oder soll eine Ja-oder-Nein-Aussage getroffen werden, sind oft schnelle Entscheidungen gefragt und zwar unabhängig von Zeit und Ort. Das Mobiltelefon ist in der Regel durchgehend angeschaltet, ständig verfügbar, muss im Gegensatz zum Notebook nicht erst hochgefahren werden und erfüllt diese Anforderungen damit nahezu perfekt. Zudem können via Push-Nachrichten benötigte Entscheidungen zügig angestoßen werden. Vor allem, weil ERP-Systeme geschäftskritische Prozesse und Arbeitsabläufe steuern, ist es sinnvoll, diese mit einem geeigneten mobilen Tool fortwährend überwachen zu können und im Bedarfsfall auf das System zuzugreifen.

Da schnelle Abstimmungsprozesse im globalen Wettbewerb zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden können, ist es wichtig, dass geschäfts- und kundenrelevante Informationen nicht nur für Mitarbeiter im Vertrieb, sondern auch für Unternehmensentscheider jederzeit abrufbar sind. Gerade diese Ebene muss Rechnungen oder Bestellungen oft final freigeben und sind sie nicht erreichbar, kann es zu einem kritischen Entscheidungsstau kommen. Auch Erkenntnisse des Marktforschers Techconsult unterstreichen diese Überlegung: So werden mobile Applikationen nicht primär Außendienstmitarbeitern zur Verfügung gestellt, sondern vor allem Geschäftsführern und Abteilungs- sowie Fachbereichsleitern.